Rohstoffe

BRICs heizen die Nachfrage nach Energie an

18.10.2004
, 12:06
Die Nachfrage nach Rohstoffen hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen und die Preise nach oben getrieben. Sie dürfte weiter zunehmen. Langfristig sind aber Substitutionseffekte zu berücksichtigen.

In den kommenden 15 Jahren dürfte der Nachfragezuwachs für Energie und Öl sehr stark, das heißt bei mehr als zwei Prozent jährlich - bleiben. Denn Chinas Industrialisierung wird sich fortsetzen, gefolgt von jener Indiens, folglich könnte der Preisdruck nach oben noch einige Zeit anhalten. Nach dieser Periode sollte sich der Trend nach und nach abschwächen, da immer mehr Volkswirtschaften in eine Phase mit geringeren Nachfragezuwächsen übergehen dürften.

Die Ölnachfrage der BRIC-Staaten dürfte weiterhin deutlich zunehmen. Zunächst wird ein großer Teil der Nachfragezuwächse aus China kommen, allerdings dürfte dieser Anteil in den kommenden fünf bis zehn Jahren seinen Höhepunkt erreicht haben. Danach sollten die Zuwächse abnehmen. Gleichzeitig wird aber Indien immer mehr Öl nachfragen. In weniger als zehne Jahren könnte der Nachfragezuwachs aus Indien jenen Chinas überflügeln.

Nachlassender Nachfragezuwachs - absolut deutlich zunehmende Nachfrage

Im Gegensatz zum Nachfragezuwachs dürfte Chinas Anteil an der absoluten Ölnachfrage von aktuell acht bis neun Prozent auf etwa 16,5 Prozent in 25 Jahren anwachsen. Indiens Anteil wird sich in der gleichen Zeit etwa verdoppeln und schließlich dieselbe Dimension erreichen. Wenn Brasilien und Rußland ihr Wachstum beibehalten können, dürfte auch ihre Ölnachfrage substantiell werden und im Jahr 2025 den aktuellen Verbrauch Japans erreichen oder gar überschreiten.

Bild: BP, Goldman Sachs

Amerika wird auch in den kommenden Jahrzehnten der größte Ölverbraucher weltweit bleiben, es sei denn, das Land ändert sein Verbrauchsmuster deutlich. Wenn nicht, wird das Land weiterhin stark von Ölimporten abhängig bleiben. Gleichzeitig ist Ölverbrauch pro Kopf in Rußland der höchste unter den Schwellenländern.

Nachfrage-, Angebots- und Substituionseffekte zu berücksichtigen

Grundsätzlich scheint die aktuelle Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten so etwas wie die Sorge anzudeuten, die Vorkommen könnten in absehbarer Zeit erschöpft sein. Das dürfte stark übertrieben sein. Denn auch wenn es durchaus möglich scheint, daß Nachfrage -und Preissituation vorerst angespannt bleiben könnte, längerfristig wird bei den meisten Rohstoffen die angebotene Menge zunehmen. Das sollte die Preisentwicklung entspannen oder zu Substitutionseffekten führen.

Auch wenn es zu kurzfristigen Schocks kommen kann, langfristig konnte selbst die Ölkrise der 70er-Jahre das globale Wirtschaftswachstum kaum unterbrechen. Das heißt, knappe Ressourcen müssen das Wachstum nicht zwingend dämpfen.

Quelle: @cri
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