Rohstoffindustrie

Ölaktien erholen sich

18.05.2005
, 21:36
Seit Jahresbeginn liegt der Amex Oil Index trotz der jüngsten Rückschläge deutlich im Plus. Kaum eine Branche hat zuletzt so viel Geld verdient wie die Ölindustrie. Und die Analysten geben sich weiter optimistisch.
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Die Aktien von Ölgesellschaften und Rohstoffkonzernen haben am Mittwoch kräftige Kursgewinne verzeichnet. Dafür sorgten zum einen die überraschend guten Zahlen zur Industrieproduktion in China im April, die die Furcht vor einer merklichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft und einem Nachlassen des immensen Rohstoffhungers des Landes dämpften.

Zum anderen half der wieder steigende Preis für Rohöl. Die Aktien von BP und Royal Dutch/Shell, der beiden größten europäischen Ölkonzerne, legten in diesem Umfeld zeitweise rund 2 Prozent zu und notierten zum Schluß nur geringfügig unter dem Höchststand. Die Titel des Rohstoffproduzenten Anglo American gewannen 2,9 Prozent.

Ertragreiche Branche

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In den vergangenen Wochen hatte der sinkende Ölpreis die Aktien der Ölgesellschaften merklich unter Druck gesetzt. So war der Preis für die Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) von seinem Anfang April verzeichneten Rekordhoch von 58,28 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) bis zum Montag auf ein Zehn-Wochen-Tief von 47,60 Dollar gefallen, ein Minus von 18 Prozent. Derzeit kostet WTI rund 49 Dollar. Im Zuge dieser Abwärtsbewegung verlor der Amex Oil Index, ein Branchenbarometer, das dreizehn der größten Ölkonzerne der Welt - darunter BP, Royal Dutch/Shell, Total und Repsol - abbildet, bis zu 14 Prozent.

Seit Jahresbeginn errechnet sich für den Index allerdings ein Wertzuwachs in ähnlicher Höhe. Damit lassen Ölaktien in ihrer Kursentwicklung den breiten Aktienmarkt weit hinter sich (siehe Grafik). Kaum eine Branche hat zuletzt so viel Geld verdient wie die Ölindustrie. Das Jahr 2004 erbrachte beispielsweise dem amerikanischen Ölkonzern Exxon-Mobil einen Rekordgewinn von 25,3 Milliarden Dollar. Auch die Ende April vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal bestätigen das positive Bild weitgehend. Und so geben sich Analysten wie Dennis Nacken von Helaba Trust für die weitere Kursentwicklung optimistisch.

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Hohe Ausschüttungen

Das Ölangebot stehe - trotz gestiegener Investitionen in die Erschließung neuer Reserven - nicht in Einklang mit der weltweit hohen Nachfrage, obschon die Nachfragedynamik nachlasse. Dies spreche für einen weiterhin hohen Ölpreis und steigende Aktienkurse der Ölkonzerne, zumal viele Banken in ihren Ergebnisprognosen noch immer von deutlich niedrigeren Ölpreisen ausgingen und die Aktien attraktiv bewertet seien.

Die Experten von Morgan Stanley rechnen damit, daß das Nachfragewachstum die Zunahme der Produktionskapazitäten von 2005 bis 2007 um den Faktor drei zu eins übersteigen sollte. Die Gesellschaften schwimmen in Geld; die Anleger profitieren durch hohe Ausschüttungen und umfangreiche Aktienrückkaufprogramme davon. Mit einer Dividendenrendite von 4 Prozent auf Basis der zuletzt gezahlten Rendite zählt Royal-Dutch/Shell zu den Werten mit der derzeit höchsten Dividendenrendite in Europa.

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Erheblicher Abschlag

Nacken traut in Europa vor allem BP, Royal Dutch/Shell und Total weiteres Kurspotential zu. Die europäischen Unternehmen profitierten zusätzlich vom wieder steigenden Dollar. Unter den europäischen Gesellschaften wurde zuletzt Total von den Analysten bevorzugt empfohlen.

Nach Angaben von Bloomberg sprachen sich in den zurückliegenden 30 Tagen 13 Analysten für einen Kauf aus, nur einer riet zum Halten der Aktie. Merrill Lynch empfiehlt ein Übergewichten des europäischen Ölsektors. Morgan Stanley setzt vor allem auf Royal Dutch, da die Aktie derzeit mit einem erheblichen Abschlag zur europäischen Vergleichsgruppe gehandelt werde.

Quelle: kpa. / F.A.Z., 19.05.2005, Nr. 114 / Seite 25
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