FAZ plus ArtikelBonitätsprüfung

Schufa greift nun auch nach Kontoauszügen

Von Markus Frühauf und Franz Nestler
27.11.2020
, 15:59
Der Spezialist für die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Verbrauchern will immer mehr Daten abgreifen. Dabei ist er dabei so intransparent wie kaum ein Unternehmen. Geht er nun zu weit?

Mit ihr hat schon so gut wie jeder Deutsche zutun gehabt, ob er will oder nicht. Egal, ob es um eine neue Wohnung geht, den nächsten Handyvertrag oder auch nur eine Kreditanfrage. Die Rede ist von der Schufa, oder exakter: Von der Schufa Holding AG, einem Unternehmen, das die Bonität von Kunden bewertet, und diese Informationen dann wiederum an Unternehmen und die bewerteten selbst verkauft. Von einer Datenkrake lässt sich da durchaus sprechen. Auf ihre Internetseite wirbt die Schufa, die ausgeschrieben „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ heißt, mit mehr als einer Milliarde Daten zu 6 Millionen Unternehmen und 67,9 Millionen Personen. So gut wie jeder geschäftsfähige Bundesbürger ist von der in Wiesbaden sitzenden Auskunftei erfasst.

Der Schufa zufolge sind mehr als 90 Prozent der gespeicherten Personendaten positiv. Diese Daten umfassen Name, Geburtsdatum und Anschrift, aber auch Girokonten, Kreditkarten, Handy- oder Leasingverträge oder Kredite. Die Datenschutzaufsichtsbehörde prüft das Unternehmen, das zu 87 Prozent den Banken und Sparkassen gehört, regelmäßig. Der Hessische Beauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit, Michael Ronellenfitsch, berichtet von einem hohen Beschwerdeaufkommen zur Schufa. Das liegt vor allem an Personen, die negativ eingestuft werden. Die Schufa erteilt am Tag 460000 Auskünfte, die vom Ratenkredit bis zum Handyvertrag reichen. Eine negative Schufa-Auskunft hat für den Verbraucher unangenehme Konsequenzen: Ablehnung oder höhere Zinsen.

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Quelle: F.A.Z.
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