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Die Aufgaben der US-Börsenaufsicht SEC

Aktualisiert am 04.04.2002
 - 17:03
Die US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC gilt als eine mächigsten der Welt. Und Ihre Aufgabenbereiche wachsen weiter.

Die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) gilt als eine der ältesten und mächtigsten der Welt. Gegründet wurde die SEC 1929, kurz nach dem Börsencrash. Zu Ihren wichtigsten Aufgaben gehört es, die Sicherheit der Wertpapiermärkte zu wahren und die Anleger zu schützen. Doch nach Dot.com-Pleiten und Bilanzskandalen ist sie verstärkt in die Kritik geraten - und ihr Aufgabenbereich gewachsen.

Eine Behörde stellt sich vor

Der US-Präsident ernennt fünf leitende Kommissare und der Senat segnet die Wahl ab. Unter der Leitung von SEC-Chef Harvey Pitt abeiten knapp 2.900 Mitarbeiter. Die vier Hauptabteilungen sind Finanzwesen der Kapitalgesellschaften, Marktregulierung, Investment Management und Strafvollzugsbehörde. Im ersten Bereich überwacht die Washingtoner Behörde, dass Aktiengesellschaften kursrelevante Informationen wie Quartalszahlen oder mögliche Unternehmensübernahmen, rechtzeitig und für alle Marktteilnehmer gleichzeitig, veröffentlichen. Falls Unternehmen Fragen bezüglich der zu veröffentlichenden Aspekte haben, stehen die Mitarbeiter auch als Berater zur Verfügung.

Der zweite wesentliche Bereich befasst sich mit der Regulierung des US-Wertpapiermarkts. Dabei stehen besonders Marktteilnehmer wie Börsen, Aktienhändler oder Investment Berater genau unter Beobachtung. Die SEC überwacht, ob sie ihrer Informationspflicht nachkommen, die Gesetze einhalten und die Anleger korrekt behandeln. Ebenso kümmert sich die Abteilung darum, dass die bestehenden Gesetze den aktuellen Begebenheiten angepasst werden oder reichen neue Gesetzesvorschläge beim Kongress ein.

Behörde mit Durchschlagkraft

Eine dritte Abteilung befasst sich mit der 15 Billionen Dollar schweren Investment Management- Industrie. Die Behörde achtet darauf, dass Investmentbanken und -berater die bestehenden Wertpapiergesetze einhalten. In den Kompetenzbereich dieser Abteilung fällt auch noch die Überwachung der ehemals staatlichen Versorgerindustrie.

Anders als das deutsche Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel ist die SEC mit starken Kompetenzen ausgestattet. Sie hat eigene Ermittlungskompetenzen und kann Bußgelder in einer Höhe bis zu einer Milliarde Dollar verhängen. Um die möglichen Verstöße auch ahnden zu können, ist die Vollzugsbehörde einer der wichtigsten Abteilungen. Jedes Jahr leitet die Aufsichtsbehörde etwa 400 bis 500 Verfahren gegen Unternehmen oder Privatpersonen wegen möglicher Gesetzesverstöße ein. Allein im Jahr 2001 stimmten US-Bundesgerichte der SEC in 42 Anklagefällen zu, dass es sich um betrügerische Vorfälle, wie beispielsweise Insiderhandel oder Bilanzfälschung, handelte. Ebenso deckte die SEC vergangenes Jahr illegale Gewinne in Höhe von 478 Millionen Dollar auf.

In der Zwickmühle

Doch auch auf die Musterbehörde SEC kommen immer mehr Aufgaben zu. Nach Dot-com-Blase, Unternehmenspleiten, Bilanzfälschungen und Fehlverhalten der Wall-Street-Analysten gerät die SEC immer mehr in die Kritik der Aktionärsschützer. Und angesichts der neu gewachsenen Aufgaben werden auch ihre vom Haushalt bewilligten Mittel knapp. Kritiker fordern bereits seit geraumer Zeit eine personelle Aufstockung der Behörde um ihren weiteren Aufgaben künftig gewachsen zu sein.

Quelle: @kie
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