Commercial Paper

So stützt die EZB nun europäische Konzerne

04.04.2020
, 10:33
Stemmt sich ebenfalls gegen die Corona-Krise: die Europäische Zentralbank in Frankfurt
Die EZB steigt als wichtiger Käufer auf dem Markt für kurzfristige Unternehmensanleihen ein. Ein Erfolg zeigt sich nach Ansicht der Währungshüter schon jetzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit umfangreichen Käufen in den Markt für kurzfristige Unternehmensanleihen eingestiegen. Gleich am ersten Tag dieser Käufe hätten die Währungshüter solche sogenannten „Commercial Paper“ im Volumen von 1,5 Milliarden Euro erworben, schreiben EZB-Vizepräsident Luis de Guindos und EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einem gemeinsamen Blog-Beitrag, der auf der Internetseite der Notenbank veröffentlicht wird.

Die Käufe hätten den gewünschten Effekt gehabt. Es seien wieder viele Neuemissionen solcher Papiere auf dem Weg. Das sei ermutigend.

Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hatte vergangene Woche in Aussicht gestellt, dass die EZB beabsichtige, ein großer Akteur in diesem Markt zu sein. Dies werde auch andere ermutigen, rasch in den Markt zurückzukommen.

Der Erwerb kurzlaufender Unternehmensanleihen ist Teil des im März angekündigten neuen Krisenprogramms zum Aufkauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren, das auf ein Gesamtvolumen von 750 Milliarden Euro angelegt ist. Damit wollen die Euro-Währungshüter die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eindämmen.

Der Erwerb von „Comercial Paper“ soll dazu beitragen, dass es bei den Unternehmen angesichts der Viruskrise nicht zu Finanzierungsengpässen kommt. In der vergangenen Woche begannen die Währungshüter mit den Transaktionen.

Den Markt für „Commercial Paper„ in Euro schätzen de Guindos und Schnabel derzeit auf ein Volumen von rund 75 Milliarden Euro. Die für EZB-Käufe in Frage kommenden Titel müssen unter anderem eine Restlaufzeit von mindestens 28 Tagen haben.

Quelle: ala./Reuters
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