Bitcoin bei Sparkassen

Sparkassen gespalten über Kryptowährungen

Von Gregor Brunner
25.01.2022
, 17:24
Unter den Sparkassenverbänden herrscht Uneinigkeit, was Kryptowährungen betrifft.
Das nächste große Ding oder groß angelegter Anlagebetrug – in der Sparkassen-Finanzgruppe gehen die Meinungen zu Kryptowährungen weit auseinander.
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„Kryptowährungen sind keine Geldanlagen, die die Sparkassen ihren Kunden anbieten wollen. Wir wollen das nicht über unsere Beratung oder mittels eines aktiven Angebots im Onlinegirokonto zu unseren Kunden bringen“, ließ sich Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, am Montag von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitieren. Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe hat diese klare Absage offenbar für einige hochgezogene Augenbrauen gesorgt. Noch im Dezember vergangenen Jahres berichtete die F.A.Z. von einem Projekt des Deutschen Sparkassenverlags (DSV) und dessen Tochtergesellschaft S-Payment. Dieses sollte die Möglichkeiten und Risiken einer Krypto-Geldbörse in den Apps der Sparkassen aufzeigen. Weitere Entscheidungen in diesem Fall erwarte man im ersten Halbjahr 2022, hieß es.

Im Sparkassenverband Hessen-Thüringen seien die Meinungsäußerungen von Ulrich Reuter mit Interesse zur Kenntnis genommen worden, antwortete ein Sprecher auf eine Anfrage der F.A.Z. „Krypto-Assets sind ein relevantes Thema, die Sparkassen beziehungsweise Sparkassenverbände müssen sich deshalb damit auseinandersetzen“, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Prüfprozess sei weiterhin „ergebnisoffen“, wird betont, wenngleich ein breit angelegter Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen nicht geplant sei. Geteilt wird diese Meinung vom Sparkassenverband Saar und dessen Präsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider. Ihnen zufolge besitzen bereits 10 Prozent der Sparkassenkunden Kryptowerte oder haben sich damit auseinandergesetzt. Auch Hoffmann-Bethscheider wählt den Ausdruck „ergebnisoffen“. Man wisse um das spekulative Risiko, das von Kryptowerten ausgeht, wolle aber mit eigenen Überlegungen dem Interesse der Kunden Rechnung tragen.

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Rückenwind erhält Ulrich Reuter durch den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) Helmut Schleweis. Gegenüber den Onlineportalen Finanz-Szene und Finance Forward sprach er in Bezug auf Kryptowährungen ebenso wie Reuter von einem „Schneeballsystem“, vor dem man die Sparkassenkunden schützen müsse. Ein Sprecher des DSGV ergänzte gegenüber der F.A.Z.: „Für den Einsatz in der breiten Kundschaft halten wir Kryptowährungen wegen der damit verbundenen Risiken für nicht geeignet.“

Blockchain nicht per se schlecht

Indes ist man im Verbund dem Thema Blockchain im Allgemeinen nicht abgeneigt, wie beispielsweise Projekte der Deka-Bank zeigen. Im vergangenen Herbst wickelte das Wertpapierhaus der Sparkassen mehrere Transaktionen über die hauseigene digitale Wertpapierplattform SWIAT ab. Dieses Unterfangen unterscheidet sich stark von Kryptowährungen. Diese dienen momentan noch weitestgehend als Spekulationsobjekte. Der Initiative der Deka-Bank liegt ein bekanntes Finanzprodukt zugrunde, welches digitalisiert wird. Die Blockchain-Technologie erleichtert dabei die Strukturierung und Buchführung.

In der genossenschaftlichen Finanzgruppe zeigte man sich bei dem Thema gelassener. Es gebe keine Hausmeinung zu Kryptowährungen, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken der F.A.Z. Man treibe strategische Überlegungen voran, um zu entscheiden, ob und in welcher Form ihren Kunden der direkte Handel von Kryptowährungen ermöglicht werden soll. Einzelne Institute der Gruppe haben der Diskussion schon vorgegriffen. Die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte zum Beispiel bietet Beratung zu Bitcoin an. Sie will Kunden auch ermöglichen, über die Bank Bitcoin zu erwerben. Ziel sei es, Kunden bei Anlagen in Kryptowerten nicht allein oder unseriösen Anbietern zu überlassen.

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Quelle: brn.
Autorenporträt / Brunner, Gregor
Gregor Brunner
Redakteur in der Wirtschaft.
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