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Druck der Bankenaufsicht

Sparkassen verschieben Deka-Dividende

Von Hanno Mußler
Aktualisiert am 02.04.2020
 - 17:41
Dividenden-Diät für Deka-Eigner
Die Eigentümer der Deka beugen sich dem Druck der Bankenaufsicht – auch der Vermögensverwalter Amundi packt die Dividende in die Reserve. Der Konkurrent DWS dagegen hält noch an seinem Dividendenplan fest.

Die Unsicherheit unter Banken und Fondsgesellschaften ist nach wie vor groß, wie mit den Empfehlungen und zunehmenden Appellen der Aufseher zu Dividendensperren umzugehen ist. Die DWS, die börsennotierte Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, hat Mitte März ihren Geschäftsbericht veröffentlicht und darin eine gegenüber dem Vorjahr um 30 Cent erhöhte Dividende von 1,67 Euro je Aktie angekündigt. „Stand heute gilt dieser Dividendenvorschlag“, sagte der Sprecher der DWS am Donnerstag der F.A.Z. auf Anfrage. Die Hauptversammlung der DWS stimmt darüber allerdings erst im Juni ab.

Auch Banker-Boni eingefroren

Derzeit erhöhen Aufseher fast im Tagestakt den Druck auf Banken, in der Krise das Kapital zusammenzuhalten und bis Oktober keine Gewinne und Boni auszuschütten. Damit sollen sie ihr Eigenkapital als Haftungsmasse gegen Kreditausfälle stärken. Zuvor hatten Aufseher Banken global Erleichterungen eingeräumt, so werden Vorgaben an Eigenkapitalpuffer gelockert und höhere Kapitalanforderungen verschoben.

Die Schweizer Finanzaufsicht will der Dividendensperre nun Nachdruck verleihen, indem sie Banken wie UBS und Credit Suisse, die in der Krisenphase dennoch Dividenden zahlen wollen, diese Kapitalerleichterungen nur teilweise gewährt. Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbandes der privaten Banken, hält ohnehin weitere Entlastungen für nötig. Peters forderte am Donnerstag abermals ein Ende der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) und ein Ende der Bankenabgabe.

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Am Donnerstag trafen sich Vertreter der Sparkassen – eigentlich, um über die Dividende ihrer Fondsgesellschaft Deka-Bank zu entscheiden. Die Deka hat anders als die DWS eine Banklizenz, ist aber nicht börsennotiert und ist zu 100 Prozent im Besitz von Sparkassen. Die DWS dagegen gehört der Deutschen Bank nur zu 80 Prozent.

Diese Unterschiede können eine Rolle dabei spielen, ob Aufseher im Einzelfall eine Ausnahme von der bis Oktober geforderten Dividendensperre machen. Zumindest hatte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling so argumentiert, als er Anfang dieser Woche als Signal sendete: Dividende kann ausgeschüttet werden, wenn sie an andere Banken geht und damit im Bankensystem bleibt.

Das wäre bei der DZ Bank der Fall, die vollständig im Besitz von Volks- und Raiffeisenbanken ist und die rund 330 Millionen von 1900 Millionen Euro Nettogewinn ausschütten will. Und das gilt auch für die Deka. Doch deren Eigner sind nun angesichts des Drucks der europäischen Bankenaufsicht dermaßen unsicher geworden, dass sie die Entscheidung über die Dividende vertagten. Das war am Nachmittag in Finanzkreisen zu erfahren.

Amundi, HSBC und Comdirect reagieren

Am Donnerstag beschloss dagegen der Vorstand der Bank HSBC Deutschland, keine Dividende für 2019 zu zahlen. Auch Comdirect hatte am Mittwoch rigoros entschieden, dass die Direktbank ihre eigentlich um 10 Cent auf 35 Cent erhöhte Dividende von in Summe 49 Millionen Euro komplett streicht – ebenso wie zuvor der Mehrheitseigner Commerzbank seine Dividende.

Wie sich die Fondsgesellschaft DWS entscheidet, wird wohl weniger von diesen Fällen abhängen. Mit der DWS am besten vergleichbar ist der größte europäische Vermögensverwalter Amundi, der auch börsennotiert ist und mehrheitlich der französischen Bank Crédit Agricole gehört.

Amundi gab am Mittwoch bekannt, dass die geplante Dividende für 2019 nicht gezahlt wird und vollständig in die Reserven fließen soll. Möglicherweise aber könne es eine Vorabdividende für 2020 im zweiten Halbjahr geben. Bei der DWS geht es immerhin um eine angekündigte Dividendensumme von 334 Millionen Euro, die zu 80 Prozent der Deutschen Bank zuflösse. Allerdings konsolidiert die Deutsche Bank die DWS ohnehin vollständig in ihrer Konzernbilanz.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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