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Bankenabwicklungsbehörde SRB

Banken für Corona-Folgen gerüstet

Von Werner Mussler, Brüssel
Aktualisiert am 14.07.2020
 - 17:11
Sind die Banken in Europa wie hier in Frankfurt gut gerüstet für die Folgen der Corona-Krise?
Nach Einschätzung der SRB-Chefin Elke König sollten die Finanzinstitute ein „mildes Covid-19-Szenario“ ohne Schwierigkeiten überstehen können. Für ihre Behörde bedeute das „business as usual“ in ungewöhnlichen Zeiten.

Die EU ist gut auf die Möglichkeit vorbereitet, dass sich die Corona-Pandemie auf die Lage einzelner Banken auswirkt Diese Auffassung vertritt die Chefin der EU-Bankenabwicklungsbehörde SRB, Elke König. „Wir haben zwar keine Kristallkugel und wissen deshalb nicht, was in den kommenden Monaten passiert; und schon gar nicht wissen wir, welche Folgen das Covid-19-Virus im Einzelnen auf die Banken haben wird“, sagte König auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Brüssel. „Aber wir haben ein gutes Regelwerk für eine mögliche Bankenabwicklung, und wir wissen, dass es seinen Zweck erfüllen würde.“ Die SRB ist für die rund 120 europäischen Großbanken zuständig, die unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen.

Nach Königs Einschätzung sollten die Banken ein „mildes Covid-19-Szenario“ ohne Schwierigkeiten überstehen können. Bisher seien die Institute für die Finanzierung der Krisenfolgen Teil der Lösung und sollten größtenteils nicht in Gefahr geraten. Einzelne Banken habe auch der Staat „abgeschirmt“. Dass die Branche durch die Krise nicht stabiler geworden sei, wolle sie nicht bestreiten, sagte König: „Banken, die schon vor der Krise schwach waren, sind seither sicher nicht stärker geworden.“

Mittelfristigen Vorgaben nicht verändert

Nach Königs Angaben hat die Corona-Krise den planmäßigen Aufbau der Mindestkapitalpuffer (MREL), wie er in der neuen EU-Mindestkapitalverordnung vorgeschrieben und für die Bankenabwicklung entscheidend ist, kaum verzögert. Die europäischen Regulierungsbehörden hätten in der Corona-Krise bisher angemessen und besonnen gehandelt: „Wir haben den Banken in ihrem Tagesgeschäft etwas Luft verschafft, indem wir einige Fristen nach hinten verschoben haben. Aber die mittelfristigen Vorgaben haben sich nicht verändert.“ Für ihre Behörde bedeute das „business as usual“ in ungewöhnlichen Zeiten“.

An den SRB ist der europäische Bankenabwicklungsfonds SRF angegliedert. Er soll bis 2023 mit etwa 70 Milliarden Euro befüllt sein, die nach und nach aus Abgaben der Bankenabgaben finanziert werden und im Fall eines Falles für die Abwicklung einer maroden Bank eingesetzt werden sollen. Seit Jahresbeginn hat der Fonds von 3066 Instituten weitere 9 Milliarden Euro erhalten und umfasst derzeit 42 Milliarden Euro. Damit sei der Fonds im Plan, sagte König. Sie kritisierte aber, dass die weiteren Pläne zum Ausbau der Bankenunion ins Stocken geraten seien. Immer noch nicht endgültig beschlossen ist, dass der Euro-Krisenfonds ESM als Letztsicherung („Common Backstop“) für den SRF genutzt werden und dessen Volumen im Ernstfall ausweiten kann. Dies werde unter deutschem EU-Ratsvorsitz in den kommenden Monaten hoffentlich schnell beschlossen werden.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Werner (wmu.)
Werner Mussler
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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