Weltweite Schuldenlast

Staatsschulden steigen auf Rekordwert von knapp 72 Billionen Dollar

Von Markus Frühauf
06.04.2022
, 15:16
Sie tickt und tickt: die Schuldenuhr in Berlin.
Noch nie waren die Staatsschulden in der Welt so hoch wie derzeit. Insbesondere die USA, Japan und China verursachen den Anstieg. Die steigenden Zinsen sorgen für höhere Belastungen.
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Die Staatsverschuldung in der Welt wird in diesem Jahr auf den Rekordwert von 71,6 Billionen Dollar steigen. Das erwartet der britisch-amerikanische Vermögensverwalter Janus Henderson auf Basis seines am Mittwoch veröffentlichten jährlichen Index für Staatsschulden. Diese werden sich im laufenden Jahr um 9,5 Prozent oder 6,2 Billionen Dollar erhöhen. Der Anstieg werde insbesondere von den Vereinigten Staaten, Japan und China verursacht werden. Fast alle Länder dürften der Prognose zufolge weitere Kredite aufnehmen.

Die höhere Staatsverschuldung erfolgt in einem Umfeld, das von steigendem Inflationsdruck und höheren Zinsen geprägt ist. Das bedeutet, dass sich die Finanzierung der Staaten verteuern wird, nachdem sie in den Vorjahren durch die Anleihekäufe und Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu historisch günstigen Konditionen erfolgt ist. Nach Angaben von Janus Henderson wird sich die Zinslast in diesem Jahr um 14,5 Prozent auf 1160 Milliarden Dollar erhöhen. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Staatsverschuldung in der Welt um mehr als ein Viertel gestiegen – von 52,2 Billionen Dollar im Januar 2020 auf den bisherigen Höchstwert von 65,4 Billionen Dollar Ende 2021.

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Schuldenmeister Deutschland

In allen von Janus Henderson berücksichtigten Ländern hat die Verschuldung 2021 zugelegt. Chinas Schulden hätten sich gemessen an den Barmitteln am schnellsten und deutlichsten, nämlich um 650 Milliarden Dollar oder ein Fünftel erhöht. Von den großen Industrieländern hätte Deutschland den größten prozentualen Anstieg verzeichnet: Die Verschuldung habe um 14,7 Prozent und damit fast doppelt so kräftig wie der weltweite Durchschnitt zugenommen. „Glücklicherweise konnte Deutschland von deutlich niedrigeren Zinssätzen profitieren, so dass sein Schuldendienst 2021 nur 21 Milliarden Dollar betrug“, sagte Daniela Brogt, Head of Sales für Deutschland bei Janus Henderson.

Jedoch werde sich dieses Jahr die Zinslast erhöhen – denn die negativen Renditen, die es dem deutschen Staat ermöglicht hätten, Anleihen zu emittieren und dafür Geld zu erhalten, gehörten zunehmend der Vergangenheit an. „Für einen passiven Anleger ist es eine riskante Zeit, für den aktiven Investor sehen wir jedoch vielversprechende Chancen.“

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Frühauf, Markus
Markus Frühauf
Redakteur in der Wirtschaft.
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