Wo die Super-Landesbank bleibt

Sparkassen-Traum

EIN KOMMENTAR Von Hanno Mußler
08.03.2021
, 20:37
Die Deka zeigt in Frankfurt das Sparkassen „S“.
Neben Corona gibt es einen Grund, warum die Zentralbank nach zweieinhalb Jahren Diskussion immer noch nicht kommt. Der Vorschlag von Sparkassenpräsident Helmut Schleweis ist schlicht schlecht vorbereitet.
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In seinen zwölf Jahren als Verbandspräsident des Sparkassenverbandes Hessen-Thüringen hat sich Gerhard Grandke als wortstarker Lobbyist und gewiefter Taktiker erwiesen. Auch am Montag kritisierte der frühere SPD-Oberbürgermeister von Offenbach angriffslustig die Forderungen der Grünen nach weniger Einfamilienhäusern als „Blödsinn“ und die Europäische Zentralbank für ihre Anleihekäufe.

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Verklausulierter ist Grandkes Kritik an der eigenen Organisation. Grandke gilt im Hintergrund als Verfechter einer Fusion der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und weiß offenbar die schwarz-grüne Hessische Landesregierung hinter sich. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Helmut Schleweis erntete dagegen im Herbst 2018 sogleich öffentlich Widerspruch aus seiner Heimat Baden-Württemberg, als er eine Sparkassen-Zentralbank aus allen Landesbanken einschließlich der dortigen LBBW vorschlug.

Handwerklicher Fehler

Schleweis hatte seinen Vorschlag nicht mit den Bundesländern abgestimmt, obwohl sie als Eigentümer und Gesetzgeber der öffentlichen Banken entscheidende Akteure sind. Das ist ein handwerklicher Fehler, der neben Corona der Grund ist, warum Schleweis’ Vorschlag bisher ein Traum geblieben ist.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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