FAZ plus ArtikelPsychische Leiden

Wenn der Versicherer die Berufsunfähigkeit anzweifelt

Von Philipp Krohn
30.11.2021
, 10:44
Psychische Erschöpfung kann dazu führen, dass sich der Job nicht mehr ausüben lässt.
Wer berufsunfähig wird, braucht Nachweise, dass er seinen Job nicht mehr ausüben kann. Doch die Policen sind meist vage formuliert – deshalb müssen viele Versicherte um ihr Geld kämpfen.
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Es kann zermürbend sein, vor Gericht mit einem Versicherer darüber zu streiten, ob er eine Berufsunfähigkeit (BU) anerkennt. Vor allem, wenn ihr Grund eine psychische Erkrankung ist. In einer solchen Situation fragen die Unternehmen sehr genau nach Unterlagen, beauftragen Gutachter und zeigen sich spitzfindig. Gleichzeitig empfehlen Verbraucherschützer, unabhängige Makler und Anwälte diese Police ohne Einschränkung.

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Aus Sicht des Branchenfachmanns Claus-Dieter Gorr liegt eine wichtige Ursache für solche Rechtsstreitigkeiten in der Vielzahl an unbestimmten Rechtsbegriffen in den Verträgen. Für Kunden seien sie nicht zu verstehen, den Versicherern eröffneten sie die Möglichkeit, Zahlungen hinauszuzögern oder Vergleiche zu erstreiten. „Ich will, dass Versicherungsnehmer auf Augenhöhe gehoben werden“, sagt der Anbieter der PremiumCircle-Vergleichssoftware für BU und für die private Krankenversicherung.

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Psychische Leiden

Immer mehr Menschen beziehen aufgrund psychischer Erkrankungen Rente wegen Erwerbsminderung. Haben im Jahr 2000 noch rund 51.500 Menschen erstmals eine Erwerbsminderungsrente wegen einer psychischen Erkrankung erhalten, waren es 2020 schon rund 73.000, wie aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht. Grund seien Angststörungen, Depressionen, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit. Der Anteil an den erstmaligen Erwerbsminderungsrenten stieg seit dem Jahr 2000 von 24,2 auf 41,5 Prozent. Psychische Erkrankungen würden häufiger erkannt, sagte der Vorsitzende der Vertreterversammlung der DRV Bund, Rüdiger Herrmann. Die Stigmatisierung in der Gesellschaft sei bei dem Thema rückläufig.

Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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