Versicherung gegen Naturgefahr

Der Klimawandel kostet

EIN KOMMENTAR Von Philipp Krohn
12.11.2021
, 09:42
Das Hochwasser in NRW kam nicht unerwartet. Die Versicherer haben es kommen sehen.
Die deutschen Versicherer hatten ein Ereignis der Tragweite von Tief Bernd erwartet. Die deutschen Haushalte wird es treffen.
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Tief Bernd hat deutsche Versicherer mehrheitlich nicht unerwartet getroffen. Die Modellierung ihrer Risiken ist professionell. Über die richtigen Daten und ihre Interpretation tauschen sie sich mit hochprofessionalisierten internationalen Risikomodellierern aus. Sie arbeiten mit einer Vielzahl bestehender Daten, die es erlauben, Naturgefahren zurückliegender Jahrzehnte nachzuzeichnen.

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Rückversicherer haben hier Interesse an Präzision und versorgen ihre Kunden, die Erstversicherer, mit nützlichen Informationen. Eine Unsicherheit geht aber vom Klimawandel aus. Daten lassen sich nicht mehr so einfach aus der Vergangenheit fortschreiben. Neue Dynamiken ergeben sich. Die Ahr-Region hat das in diesem Jahr schmerzhaft erlebt. Der Verbraucher und Häuserbesitzer wird sich gerade in diesen Naturgefahren auf Veränderungen einstellen müssen.

Starkregenereignisse nehmen zu, weil Wolken länger an einer Stelle bleiben als früher. Das umgekehrte Ereignis ist die Trockenheit, über die zwei Sommer nacheinander geklagt wurde. Die Versicherer zeigen sich bereit, noch mehr dieser Risiken zu zeichnen. Das aber lassen sie sich mit höheren Prämien bezahlen. Es ist klar, wenn die Wiederkehrperiode von extremen Schadenereignissen abnimmt, werden Haushalte für die höheren Kosten aufkommen müssen. Das ist ein Argument, das während der Klimaverhandlungen und bei Klagen über Kosten der Transformation mehr Beachtung verdient.

Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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