FAZ plus ArtikelGütertrennung oder Zugewinn

Wie sieht die faire Teilung des Vermögens aus?

Von Volker Looman
28.06.2022
, 05:34
Die gerechte Verteilung des Familienvermögens ist nicht nur, aber auch eine Rechenaufgabe.
Bei Geld stößt selbst die Liebe manchmal an ihre Grenzen. Aber auch als Ehepaar mit zwei Kindern gibt es Möglichkeiten, die Finanzen gerecht zu organisieren. Welches Modell ist eher geeignet: Gütertrennung oder Zugewinn?
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Ich bin kein Astrologe wie Seni, liebe Leser, doch vor meiner Italienreise will ich Ihnen trotzdem die Karten legen. Erstens dient die Bilanz der Seelenruhe, und zweitens kann die Inventur die finanzielle Unwucht beseitigen, die in vielen Ehen für Ärger und Verdruss sorgt. Das hat doch was – oder nicht? Sollte auch bei Ihnen das Verlangen nach Übersicht und Geborgenheit bestehen, dann holen Sie drei Dinge aus der Schublade: Karteikarten, Stifte und Taschenrechner. Die Protagonisten des heutigen Falles sind eine „halbe“ Oberstudienrätin im Alter von 45 Jahren und ein „ganzer“ Unternehmer im Alter von 50 Jahren. Das verheiratete Paar hat zwei Kinder und lebt im Güterstand der modifizierten Zugewinngemeinschaft.

Die Aufstellung des Vermögens beginnt mit den Girokonten. Auf dem Marskonto liegen 500.000 Euro, und auf dem Venuskonto sind es 10.000 Euro. Die Anleihen bestehen aus einem Depot, einem Festgeldkonto, zwei Kapitalversicherungen, einer Pension und einer Rente. Das männliche Depot ist 500.000 Euro wert, und auf dem weiblichen Festgeldkonto liegen 100.000 Euro. Der Rückkaufswert der femininen Police beträgt 50.000 Euro, und der Rückkaufswert der maskulinen Versicherung liegt bei 150.000 Euro. Die Pension der Frau, monatlich 1000 Euro vom 68. Lebensjahr an, entspricht einem Barwert von 87.000 Euro, und die Rente des Mannes, monatlich 3000 Euro vom 68. Lebensjahr an, führt zu einem Kapitalwert von 303.000 Euro. Das Eigenheim ist 2 Millionen Euro wert, gehört dem Mann und ist mit einer Hypothek von 400.000 Euro belastet. Die Eigentumswohnung der Frau ist 300.000 Euro wert und mit einem Kredit von 100.000 Euro beschwert. Die Aktien des Mannes sind 500.000 Euro wert, die Aktien der Frau haben einen Wert von 50.000 Euro, und der Verkauf des Unternehmens des Mannes würde nach Abzug der Steuern einen Erlös von 4.000.000 Euro bringen. Abgerundet wird das Vermögen durch Gold im Wert von 200.000 Euro.

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