FAZ plus ArtikelBörse, Angst und Schrecken

Warum wir Aktienrisiken falsch einschätzen

Von Martin Hock
12.05.2021
, 13:07
Aktienanlagen haben ein Risiko – und bieten Chancen. Selten werden sie richtig eingeschätzt. Das liegt auch in der Natur des Menschen und wie er das Unbekannte beurteilt.

Menschen ziehen bei der Abwägung von Chancen und Risiken instinktiv bestimmte Konstellationen anderen vor, gerade beim Thema Geld – auch wenn dies einer logischen Überprüfung nicht standhält. Die sogenannte positive Schiefe scheint ihnen stets attraktiver als die sogenannte negative. Dabei ist unter „positiver Schiefe“ zu verstehen, dass die Aussicht auf einen großen Gewinn besteht, dieser aber eher unwahrscheinlich ist. Bei negativer Schiefe ist der mögliche Gewinn vergleichsweise klein, aber dafür deutlich wahrscheinlicher.

Einen Erklärungsansatz für dieses Verhalten liefert die in den Sechzigerjahren entstandene Prospekt-Theorie, für die der Amerikaner Daniel Kahnemann 2002 den Nobelpreis erhielt. Im Grunde besagt diese nichts anderes, als dass sich Menschen von absoluten Risiken und Chancen blenden lassen und diese so überbewerten oder unterschätzen. Je nachdem, ob die gleichen Resultate vorteilhaft oder nachteilig dargestellt wurden, änderte sich in Versuchen die Risikobereitschaft der Probanden.

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In der ersten Version war die Gewinnwahrscheinlichkeit für das zweite Gewinnspiel mit 1:10.000 angegeben. Sie beträgt aber 1:1000. An der Argumentation ändert sich nichts. Vielen Dank für den Hinweis!

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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