FAZ plus ArtikelHohe Teuerungsraten

Die Rückkehr der Inflation

Von Gerald Braunberger
13.06.2021
, 11:53
In Amerika sind die Preise um 5 Prozent gestiegen. In Deutschland dürfte die Inflationsrate bald 4 Prozent erreichen. Was sagt die Wirtschaftstheorie dazu?

Inflation ist unversehens zu einem bestimmenden Thema geworden, das so schnell nicht verschwinden dürfte. Kontrovers diskutiert wird, ob die jüngsten Anstiege der Rate, die viele Jahre nicht einmal 2 Prozent erreichte, nur vorübergehender Natur sind und sich überwiegend mit einem raschen Exit der Weltwirtschaft aus der Düsternis der Pandemie erklären lässt. Diese Sicht beschreibt fraglos die Mehrheitsmeinung in der Fachwelt, die auf historische Vorbilder verweisen können.

Als in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg die vorher gedämpfte und zum Teil reglementierte Güternachfrage explodierte und die Preiskontrollen endeten, sprang die Inflationsrate in kurzer Zeit von 2 auf 20 Prozent. In den Jahren danach ging sie wieder auf 2 Prozent zurück. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung sorgte ein Wirtschaftsboom für einen Anstieg der Inflationsrate auf gut 5 Prozent; aber nur wenige Jahre später war die Rate wieder auf 2 Prozent gefallen. Ein Beispiel neueren Datums liefert die Konjunkturerholung nach der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009: Damals stieg die Inflationsrate in manchen Ländern bis auf 5 Prozent, aber das Phänomen blieb ein vorübergehendes. Es ist schon wahr: Plötzliche Schübe der Inflation müssen nicht von Dauer sein.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Braunberger, Gerald
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