FAZ plus ArtikelAnleihekäufe

Die EZB springt Italien zur Seite

Von Christian Siedenbiedel
05.08.2022
, 11:15
EZB
Im Juni und Juli hat die Europäische Zentralbank auffällig viele italienische Staatsanleihen gekauft, während die Bestände an deutschen Titeln zurückgegangen sind. Ganz ohne das neue geldpolitische Instrument. Heikel ist das auch so.
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Es gehört zu den spannenden Diskussionen um die Europäische Zentralbank (EZB) in den vergangenen Wochen: Soll die Notenbank des Euroraumes einspringen, wenn in einzelnen Euroländern jetzt im Zuge der Zinswende die Renditen der Staatsanleihen in die Höhe schießen? Mit Ach und Krach ist zuletzt im EZB-Rat ein neues geldpolitisches Instrument beschlossen worden, das solche gezielten Ankäufe der Anleihen einzelner Krisenländer möglich machen soll. Jetzt zeigt sich: Schon in den zurückliegenden schwierigen Wochen für Italien hat die EZB mit Anleihekäufen zugunsten des südeuropäischen Landes interveniert. Und zwar mit Geldern aus fällig werdenden Anleihen aus dem Corona-Krisenprogramm PEPP und dem älteren Anleihekaufprogramm APP.

Nach den jüngsten Zahlen hat das Eurosystem – dazu gehören die EZB und die nationalen Notenbanken der Euroländer – im Juni und Juli aus den Geldern fällig werdender Anleihen des PEPP-Programms italienische Staatsanleihen in einer Größenordnung von 9,8 Milliarden Euro erworben. 5,9 Milliarden Euro flossen in spanische Staatsanleihen. Auch Griechenland wurde mit 1,1 Milliarden Euro stark gestützt. Im Gegenzug sanken die Bestände an deutschen Staatsanleihen aufgrund von Fälligkeiten um 14,5 Milliarden Euro. Um 3,4 Milliarden Euro gingen aus dem gleichem Grund die Bestände an niederländischen Titeln zurück. Ein ähnliches Muster war im Juli beim älteren Programm APP zu beobachten, dessen Käufe zusätzlicher neuer Anleihen Ende Juni ausgelaufen waren.

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Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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