FAZ plus ArtikelNachhaltiges Investment

An den Weltrettern verdienen

Von Thomas Klemm
28.02.2021
, 10:52
Der Klimawandel sorgt für ein kollektives Umdenken: Anleger setzen nun auf Firmen, deren Nachhaltigkeit messbar ist. Deutschland liegt dabei deutlich zurück. Aber langsam tut sich etwas.

Der Trend zur nachhaltigen Geldanlage hat viele Facetten. Grüne und soziale Anleihen, mit denen Unternehmen und Staaten bestimmte Projekte finanzieren, sind bei Anlegern heiß begehrt. Nicht minder beliebt sind Fonds, die nur in Unternehmen investieren, die so gut wie möglich auf Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (Environment, Social, Governance, kurz ESG) achten. Durch das Pochen auf diese sogenannten ESG-Kriterien soll sichergestellt werden, dass die Unternehmen verantwortungsbewusst handeln. Darüber hinaus gewinnt eine andere Form der nachhaltigen Geldanlage zunehmend an Bedeutung, die auf einen finanziellen Ertrag bei gleichzeitig positiver und messbarer Wirkung zielt. Dieses sogenannte Impact Investing ist seit längerem bei sehr vermögenden Personen und Stiftungen üblich, kommt aber immer mehr in der Breite an.

Als wirkungsorientiert gelten nach der Definition des Global Impact Investing Network Investitionen, „die mit der Absicht getätigt werden, neben einer finanziellen Rendite auch positive, messbare soziale und ökologische Auswirkungen zu erzielen“. Oft orientiert sich die Wirkung an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen wie keine Armut, kein Hunger, saubere Energie und weniger Ungleichheit. Firmen müssen also einen konkreten ökologischen oder gesellschaftlichen Zweck verfolgen, beispielsweise die Vermüllung der Meere um x Prozent zu reduzieren oder x Prozent mehr Menschen einen Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Dadurch wird die Wirkung messbar. Anleger können mit solchen Impact-Investitionen durchaus marktübliche Renditen erzielen, hat die Bundesinitiative Impact Investing in ihrer Studie herausgefunden. Das gilt selbst in der Covid-19-Krise.

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen.

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

F.A.Z. PLUS:

  Sonntagszeitung plus

F.A.Z. PLUS:

  F.A.Z. digital

Diesen und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Klemm, Thomas
Thomas Klemm
Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot