Corona in Indien

Die schwierige Impfmission im Himalaja

19.11.2021
, 10:31
Vorbereitungen für den Weg durch die Berge: Impfhelfer holen medizinische Ausrüstung und einen Behälter mit Impfstoffen aus einem Auto.
Um die Menschen in abgelegenen Dörfern im Himalaja gegen das Coronavirus zu immunisieren, müssen die Impfhelfer stundenlang durch schwieriges Gelände wandern – und Vertrauen in den Impfstoff schaffen.

Ein Erdrutsch hat am Vortag die Straße blockiert. Um das abgelegene indische Dorf Malana, tief im Himalaja zu besuchen, muss das Covid-19-Impfteam erst einmal Geröllmassen überwinden. Für die Impfhelfer beginnt der dreistündige Marsch durch ein Flusstal beschwerlich. Der Bundesstaat Himachal Pradesh ist eigentlich vom Tourismus abhängig. Und deshalb war man hier besonders bemüht, frühzeitig alle Erwachsenen in der Region zu impfen. So war der nördliche Bundesstaat Anfang September aber der erste Indiens, in dem alle Erwachsenen mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten hatten.

Die steile Topographie stellt eine Herausforderung für die Impfhelfer dar. Stundenlang, manchmal auch ganze Tage, sind sie zu Fuß unterwegs, um abgelegene Dörfer zu erreichen. Jedoch gibt es nicht nur geographische Schwierigkeiten bei der Immunisierung von rund fünf Millionen Einwohnern im Bundesstaat Himachal Pradesh. Viele der Einwohner sind aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen dem Impfen sehr kritisch gegenüber eingestellt.

Der indische Fotograf Adnan Abidi hat die Ärzte bei ihren langen Fußmärschen und medizinischer Überzeugungsarbeit begleitet.

Ein Erdrutsch erschwert das Vorankommen: Impfhelfer wandern im Rahmen einer Corona-Impfaktion zum Dorf Malana.
Ein Erdrutsch erschwert das Vorankommen: Impfhelfer wandern im Rahmen einer Corona-Impfaktion zum Dorf Malana. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Nirma Devi, 31, und Phula Devi, 30, halten Behälter mit Impfstoffen in den Händen, während sie im Dorf Malana im Bezirk Kullu im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh für ein Foto posieren.
Nirma Devi, 31, und Phula Devi, 30, halten Behälter mit Impfstoffen in den Händen, während sie im Dorf Malana im Bezirk Kullu im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh für ein Foto posieren. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Medizinische Kits und Kisten mit Covid-Impfstoffen werden mit einem Seilbahnwagen zum Dorf Malana transportiert.
Medizinische Kits und Kisten mit Covid-Impfstoffen werden mit einem Seilbahnwagen zum Dorf Malana transportiert. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Ein aus der Luft aufgenommenes Foto zeigt das Dorf Komic im Distrikt Lahaul und Spiti und die umliegenden Berge.
Ein aus der Luft aufgenommenes Foto zeigt das Dorf Komic im Distrikt Lahaul und Spiti und die umliegenden Berge. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Beschwerliche Wege: Die 56 Jahre alte Impfhelferin Bimla Thakur ist unterwegs zu Bergdörfern im Distrikt Kullu.
Beschwerliche Wege: Die 56 Jahre alte Impfhelferin Bimla Thakur ist unterwegs zu Bergdörfern im Distrikt Kullu. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Frauen und Kinder sitzen vor einem Haus im Dorf Malana.
Frauen und Kinder sitzen vor einem Haus im Dorf Malana. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Das starke Gefälle war eine Herausforderung für die Impfhelfer, die stunden- oder tagelang unterwegs waren, um abgelegene Dörfer zu erreichen.
Das starke Gefälle war eine Herausforderung für die Impfhelfer, die stunden- oder tagelang unterwegs waren, um abgelegene Dörfer zu erreichen. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Eine kleine Stärkung, dann geht es weiter: Das Impfteam macht Mittagspause.
Eine kleine Stärkung, dann geht es weiter: Das Impfteam macht Mittagspause. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Dorfbewohner warten auf eine Dosis des Covishield-Impfstoffes.
Dorfbewohner warten auf eine Dosis des Covishield-Impfstoffes. Bild: Adnan Abidi/Reuters
Kamla Devi verabreicht einer Dorfbewohnerin eine Corona-Impfung. „Die Menschen hatten zunächst Angst, sich impfen zu lassen, weil sie befürchteten, krank zu werden oder zu sterben“, sagt Dorfvorsteher Rajuram. „Dann habe ich mich impfen lassen und auch andere haben dann Mut aufgebracht.“
Kamla Devi verabreicht einer Dorfbewohnerin eine Corona-Impfung. „Die Menschen hatten zunächst Angst, sich impfen zu lassen, weil sie befürchteten, krank zu werden oder zu sterben“, sagt Dorfvorsteher Rajuram. „Dann habe ich mich impfen lassen und auch andere haben dann Mut aufgebracht.“ Bild: Adnan Abidi/Reuters
Blick auf Häuser des Dorfs Malana im Distrikt Kullu
Blick auf Häuser des Dorfs Malana im Distrikt Kullu Bild: Adnan Abidi/Reuters
Quelle: FAZ.NET
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