All I want for Christmas...

Fotojuwelen zur Weihnacht

23.12.2020
, 13:25
Wir wünschen uns nicht viel zu Weihnachten. Hauptsache 2020 geht endlich vorbei und ein neues Jahr beginnt. Damit Ihnen die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, haben unsere Fotografen in ihren Kisten gekramt. Gefunden haben sie Wegrandbilder, Erinnerungen, Vergessenes und die Hoffnung, dass das nächste Fest wieder so wird, wie wir es kennen. Frohe Weihnachten!

„Viele Jahre war der Besuch auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt ein Muss für den Nachwuchs. Derweil ist es denen und den Eltern aber einfach viel zu voll dort! Sie lieben jetzt den kleinen, gemütlichen in Hamburg-Eppendorf, der einmal im Jahr besucht wird. Dort fährt ein kleines Karussell die Kinder im Kreis herum. Es wird frisch gemachter Weihnachtspunsch (nicht aus Tüten!) auch ohne Alkohol ausgeschenkt, hervorragend schmeckende bretonische Crêpes sind im Angebot und viele typisch weihnachtliche Produkte (Strohsterne, Krippen und die dazu gehörenden Figuren, Töpferwaren und so, alles handgemacht) und an den Adventssonntagen kommt nachmittags ein sehr sympathischer Weihnachtsmann auf einen Snack vorbei und verschenkt wunderbar schmeckende Äpfel, Mandarinen und Datteln.“ Wonge Bergmann

„...für diejenigen, die das nicht mehr kennen: das sind sogenannte Eisblumen an einer Fensterscheibe an einem eisigen Morgen bei Sonnenaufgang...“ Matthias Lüdecke

„Anfang 2020 besuchte ich eine Bar im Wiesbadener Westend, in das ich gerade gezogen war. Dann machte das Land dicht und mit ihm die Bar und als das Land wieder öffnete, war sie weg. Kurz vor dem zweiten Lockdown eröffnete dort ein Café, „hier & jetzt“, fast trotzig. Ich war noch nicht drinnen ...“ Frank Röth

„Ich bin nochmal mit der Kamera losgezogen, es war ein kühler nebliger Abend, trübe Stimmung in einer trüben Vorweihnachtszeit. Melancholie wollte sich gerade ausbreiten, als sie von einer Gesellschaft dinierender Pandas vertrieben wurde. Danke Pino.“ Frank Röth

„Zu zweit durch diese schwere Zeit: Die Römer brachten den Karpfen aus Asien nach Europa. Hier wird er seit dem Mittelalter in Teichen gehalten und damals schon von Mönchen als beliebte Fastenspeise gezüchtet. Der Fisch soll so frisch wie möglich auf den Tisch, paniert und garniert. Am Heiligen Abend kommt die Familie zusammen. Dann ist die Badewanne wieder frei.“ Jens Gyarmaty

„Als Höhepunkt des jährlichen Weihnachtsbaumschlagens im Spessart, circa zehn Meter von der bayerisch-hessischen Grenze entfernt, gilt am letzten Sonntag vor Heiligabend das „Verpacken“ der Kinder als Weihnachtsbaum. Dabei werden sie wie ein Weihnachtsbaum von zwei Helfern auf der anderen Seite durch den Verpackungstrichter gezogen. Danach stehen sie mit freudigen Augen als verpackter Weihnachtsbaum im Gelände. So bis zum zehnten Lebensjahr passen die meisten da noch durch...“ Wonge Bergmann

„Es roch nach Zweitaktgemisch, Bratwurst und Glühwein, als der Vespa Club Hannover 2017 mit seinen italienischen Rollern um die dortige Oper fuhr, um Spenden für die Weihnachtshilfe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu sammeln. Natürlich standesgemäß mit langem Bart und rotem Mantel. Die Weihnachtshilfe ist eine jährliche Spendenaktion, die Menschen in der Region unbürokratisch durch schwere Zeiten hilft. Seinen Ursprung hat diese Fahrt aber in Rom, wo Benefizfahrten rund um das Kolosseum schon lange Tradition haben.“ Philipp von Ditfurth

„Auf der Suche nach fotografischen Illustrationen zum Lockdown erwischte ich mich kürzlich dabei, ziellos mit einer Kamera durch die Stadt zu ziehen. Im Einkaufszentrum „Skyline Plaza“, das aufgrund der geschlossenen Geschäfte nur wenige Besucher hatte, entdeckte ich diesen Mann, vertieft in eine F.A.Z. Ich passierte die Szene mehrere Male ohne den Auslöser zu betätigen. Ich wollte ihn allein in dem Gang abbilden. Aber da der Mann sehr in die Zeitung vertieft zu sein schien, war auch keine Eile notwendig.“ Lucas Bäuml

"Dieses Bild entstand an Heiligabend 2013 in der Wohnung der Tante meine damaligen Freundin. Ich hatte drei Monate zuvor mein Studium „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ an der Hochschule Hannover begonnen und war auch nach einem schrecklich anstrengenden ersten Semester immer noch so gehyped, bald (bald) professioneller Fotograf zu sein, dass ich es nicht lassen konnte zu fotografieren, auch nicht an Heiligabend, und insbesondere nicht mit meiner großen (riesigen), neuen (gebraucht gekauften) und lauten Nikon D3. Das traf sich insofern gut, als dass ich außerdem noch eine Geschichte für ein Hochschulseminar brauchte. Für die Kinder gab es einen Weihnachtsmann, alles war festlich geschmückt und alle hatten ihre besten Sachen an. Die weiß leuchtenden Puschelschlappen waren ein niedlicher Kontrast zum ansonsten sehr stimmigen Weihnachtsfest, so dass sich mir dieses Bild quasi aufdrängte. Seither habe ich gelernt, dass ich auch eine Variante mit Fokus auf den Puschelschlappen hätte fotografieren sollen. Meine Professorin war insgesamt relativ unterwältigt von meiner Abgabe, so dass ich die Strecke erst einmal auf meiner Festplatte parkte. Fast wären die Bilder verlorengegangen als mir 2015 im Zug von Hamburg nach Hannover die Tasche mit meiner Festplatte geklaut wurde, aber zum Glück hatte ich kurz vorher ein Backup-System eingerichtet, mit dem ich alle Bilder auf einer neuen Festplatte wiederherstellen konnte. Wie nützlich ein zuverlässiges Backup sein kann, zeigte sich einige Wochen später, als wir in der Bildredaktion des „Stern„, wo ich gerade eine Praktikum machte, nach Weihnachtsbildern suchten und mir beim Wühlen in Tausenden von schrecklichen Stockbildern wieder einfiel, dass ich ja noch diese Geschichte auf Halde hatte. Ein paar Tage, nachdem ich die Bilder ins System geladen hatte, wurde ich ins Büro der Bildchefs gebeten, und plötzlich legten sie mir eine Strecke meiner Weihnachtsbilder vor. Ich war natürlich überglücklich, meine Bilder plötzlich in dieser Größe und Prominenz im „Stern„ zu finden. Der Aufmacher war das obenstehende Bild als Doppelseite. Ich konnte nun umso mehr behaupten ich wäre ein professioneller Fotograf. Und das Honorar reicht sogar immer noch, um meine Datensicherung zu bezahlen." Maximilian von Lachner

Das Schönste aller Dinge, ein Schluck bei Heinz und Inge?

Bis 2060 werden die beiden großen Kirchen in Deutschland laut einer Studie rund die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren. Doch wenn das Kirchenschiff voll ist, wird es Weihnachten sein. Irgendwie gehört es dann doch dazu. Nach einem Jahr Stress und Hektik mal einen Abend Ruhe und Besinnung. Ob in diesem Jahr auch die Online-Gottesdienste Anklang finden, werden uns die Klickzahlen an Heiligabend verraten.“ Jens Gyarmaty

Ohne Worte: Besinnliche Momente bei der Weihnachtsmann-Weltmeisterschaft im Schloss Celle, 2007.

Quelle: zetz./F.A.Z.
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