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Armut und Tod in Venezuela

Kein würdiger Tod

 - 13:22
Zaida Bravo ist 48 Jahre alt und an Parkinson erkrankt. Ihre neun Jahre ältere Schwester Ana Bravo kümmert sich um sie, kann sich ihre Versorgung jedoch kaum leisten. Oft hat sie Angst, in das Zimmer ihrer Schwester zu gehen und sie dort tot aufzufinden.zur Bildergalerie

Die politische Situation in Venezuela ist festgefahren. Präsident Maduro hält sich mithilfe des Militärs an der Macht. Der Oppositionspolitiker Guaidó kann sich nicht durchsetzen. Währenddessen nehmen Armut und Inflation weiter zu. Für viele Venezolaner ist selbst die letzte Ruhe zu einer kaum bezahlbaren Herausforderung geworden – viele können sich eine Beerdigung nicht leisten. Vom venezolanischen Staat gibt es keine Unterstützung. Manch eine Familie sieht sich gezwungen, ihre verstorbenen Verwandten zuhause verwesen zu lassen, weil schlicht kein Geld für eine würdige Beerdigung vorhanden ist.

Hunderte Dollar kosten Transport, Sarg und Grabstätte. Bei einem durchschnittlichen Mindestlohn von drei Euro im Monat übersteigen solche Kosten für viele Venezolaner die Möglichkeiten des Machbaren. Der Associated Press-Fotograf Rodrigo Abd hat die Geschichte in Venezuelas zweitgrößter Stadt Maracaibo im Nordwesten des Landes dokumentiert. Die Familien, die er dort getroffen hat, kämpfen einerseits gegen Hunger; andererseits beklagen sie den Verlust ihrer Angehörigen. Der Familienvater Roberto Parra und seine Frau Alejandra beispielsweise haben ihren gerade einmal 19 Tage alten Sohn verloren, der mit einer Lungenkrankheit geboren wurde. Die Aktivistin Carolina Leal, die sich um die Gemeinde kümmert, sagt: „Dieses Slum ist zu einer lebendigen Hölle geworden.“

Der Fotograf Rodrigo Abd hat noch eine andere Entwicklung dokumentiert. Die Menschen in Maracaibo haben ihm erzählt, dass die Venezolaner in der Not oftmals keinen Sarg mehr kaufen, sondern einen mieten. Andere, die diese finanzielle Bürde nicht tragen können, bauen in der Not einen eigenen Sarg.

Rodrigo Abd arbeitet bei AP und lebt in Lima. 2012 hat er den renommierten Pulitzer-Preis gewonnen.

Rodrigo Abd auf Instagram: @abdrodrigo

Quelle: marf.
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