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Datenströme der digitalen Welt

Masse

 - 15:06
Google dein Freund und Helfer. Werbetafeln am New Yorker Times Square.zur Bildergalerie

Städte platzen aus allen Nähten, Straßen werden voller, der Mensch breitet sich auf der Erde immer weiter aus. Entgegen dieser sichtbaren Faktoren möchte die Arbeit „Masse“ einen Bestandteil unserer Gesellschaft darstellen, welcher nicht ohne weiteres sichtbar ist. Datenströme, Nullen und Einsen, bleiben für den normalen Bürger noch immer ein abstraktes Geflecht. Die Hauptsache ist, unser Smartphone oder Laptop funktioniert und ist mit dem Internet verbunden.

Der Fotograf Michael Gessner zeigt mit seiner Fotoarbeit sehr konkrete Orte und Gegenstände zur Datenverarbeitung, aber auch abstrakte Fotos, die dem Betrachter erst mal Fragen aufwerfen. Wir sind umgeben von Apparaten der Überwachung, Kontrolle und Datenverarbeitung, deren komplexe Prozesse sich hinter grauen Kästen verbergen.

Es ist nicht die Menge der Kästen in Gessners Fotos, sondern die unwirkliche Masse, die hinter diesen Apparaten steckt, die er zu einer aufgeräumten Bilderwelt entstehen lässt.

Biographisches: geboren, wann, wo, Ausbildung, berufliche Stationen?

Geboren bin ich 1989 in Würzburg, lebe und arbeite heute als Fotograf in Berlin. Zunächst habe ich als Schreiner gearbeitet, bevor ich durch eine Weiterbildung 2010 mein Studium im Bereich Kommunikationsdesign begonnen habe. Dem 2014 abgeschlossenen Bachelor mit Schwerpunkt Fotografie folgte darauf das Masterstudium Informationsdesign, welches ich 2018 erfolgreich beendet habe.

Wie bist du auf das Thema gekommen?

Meine Arbeit hatte nicht von Beginn an den Themenschwerpunkt der Überwachung und Kontrolle durch das Sammeln und Auswerten von Daten. Ausgangspunkt war die Bewerbung zum Masterstudium Informationsdesign in Würzburg. Hierzu wählte ich den Begriff „Masse“, mit dem ich mich im Zuge des Studiums näher beschäftigte. Mich interessierte hierbei vor allem die Gegenüberstellung des Individuums zur Masse. Während zu Beginn des Studiums die Auseinandersetzung mit der Psychologie der Massen im Vordergrund stand, verlagerte sich der Schwerpunkt im späteren Verlauf zur Digitalisierung und deren neu entstandenen Massenphänomene.

Deine ruhige, aufgeräumte Bildsprache steht im Kontrast zum Begriff „Masse“, wieso hast du dich dazu entschieden, dieses Thema so anzugehen?

Für mich spielt in der Arbeit die Vielfältigkeit der Überwachungs- und Kontrollmethoden, wie sie von Unternehmen, Staat und uns selbst praktiziert werden, eine zentrale Rolle. Mein Ziel ist es, die Masse durch die Menge der Methoden sichtbar zu machen. Die zurückhaltende und ruhige Bildsprache ist hierbei kein Widerspruch, da sich die BiIdweIt gleichzeitig der nüchternen Ästhetik der technischen Apparate bedient und zu dem gewünschten Gesamtbild beiträgt.

Wenn man an Masse und Daten denkt, bekommt man das Bild von großen Serverräumen, Festplatten, etc. in den Kopf. Wieso sind diese in deiner Arbeit abwesend?

Die angesprochenen Themengebiete sind von hoher Komplexität und gesellschaftlicher Tragweite, dass einer umfassenden Debatte meist mit vorsichtiger Zurückhaltung begegnet wird. Ich möchte diese Komplexität nicht über einzelne Bildmotive, sondern über die serielle Arbeit transportieren und somit die Auseinandersetzung mit der Thematik zugänglicher machen. Die Motive handeln bewusst von Gegenständen und Apparaten, die sich im unmittelbaren Umfeld befinden, um eine persönliche Verbindung anzuregen. Die angesprochenen Serverräume sind ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bildmotiv die Komplexität zwar darstellen kann, die Thematik durch die persönliche Distanz aber sehr abstrakt bleibt.

Digitale Daten lassen sich nur schwer darstellen. Deine Fotos sind selbst nur ein Produkt deiner Fragestellung. Gab es einen Gedanken, damit auch zu spielen?

Neben Fotografien, die direkten Bezug zu Apparaten der Datenerhebung und -verarbeitung nehmen, gibt es innerhalb meiner Arbeit unterschiedliche Ansätze digitale Daten sichtbar zu machen. So habe ich beispielsweise einen Monat lang, Tag für Tag, den Mauszeiger meines Computers getrackt, um meine Bewegungen im digitalen Raum aufzuzeigen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Studie zu Fingerabdrücken auf Smartphone-Displays. Zum einen werden hierbei die flüchtigen, digitalen Bewegungen sichtbar gemacht, zum anderen entsteht durch die Aufzeichnung und Auflistung der Bewegungen ein vergleichendes Moment, was gleichzeitig zur Interpretation der Daten genutzt werden kann.

Ausrüstung: Was ist immer dabei? Kamera, Objektive, Zubehör, besondere Lieblingsausrüstung?

Zu meinem Equipment zählt eine Nikon d800 und 28, 35, 50 und 180mm Objektive. Das eine Lieblingsobjektiv gibt es nicht – jedoch entstehen die meisten Fotografien mit dem 50mm Objektiv.

Gibt es fotografische Vorbilder: Welcher Fotograf/in hat dich inspiriert?

Fotografen, die mich in meinem bisherigen Arbeiten beeinflusst und inspiriert haben, sind unter anderem Stephen Shore, Joel Sternfeld, Mitch Epstein und Thomas Struth.

Michael Gessner arbeitet an einem Fotobuch, welches über Crowdfunding finanziert werden soll.

https://www.startnext.com/masse

http://michaelgessner.de/

https://www.instagram.com/m_gessner/

Quelle: F.A.Z.NET
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