ADAC-Straßentest

Auf Autobahnen fährt's sich am sichersten

23.05.2005
, 17:04
Größtmögliche Sicherheit: eine gute ausgebaute Autobahn
Obwohl Autobahnen besonders stark befahren sind, sind sie die sichersten deutschen Straßen. Auf den meisten Bundes- und Landesstraßen ist dagegen erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
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Die Sicherheitsvorkehrungen auf deutschen Bundes- und Landesstraßen liegen im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Laut dem ersten Straßentest des ADAC bieten rund 60 Prozent der getesteten Landesstraßen und knapp 40 Prozent der Bundesstraßen nur mäßigen Schutz bei Verkehrsunfällen, teilte der Automobilclub am Montag in Berlin mit.

Positive Zahlen konnte der ADAC nur bei den Autobahnen vermelden: 70 Prozent der getesteten rund 6000 Kilometer - das ist etwa die Hälfte des gesamten Autobahnnetzes in Deutschland - erhielten mit vier Sternen die Bestnote. 30 Prozent bekamen mit drei Sternen die zweitbeste Wertung. Im Gros wurde dabei auch deutlich, daß inzwischen die Autobahnen im Osten Deutschlands insgesamt in einem besseren Zustand sind als die westdeutschen - eine Folge der Milliardeninvestitionen, die seit der deutschen Einheit vor 15 Jahren in das ostdeutsche Straßensystem geflossen seien, so der ADAC.

Nur Autobahnen gut im internationalen Vergleich

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Im europäischen Vergleich könnten demnach nur die deutschen Autobahnen mit vergleichbaren Straßen in Schweden oder Großbritanien mithalten, sagte der Leiter des ADAC-Verkehrsressorts, Björn Dosch. Vom Bundesverkehrsministerium und den Verkehrsbehörden der Länder forderte der ADAC-Verkehrsexperte mehr Investitionen in Leitplanken, Standstreifen und Kreuzungen. Auch müßten endlich die Zahlen der Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen veröffentlicht werden. Erst, wenn der Straßentest mit den offiziellen Unfallzahlen verglichen würde, sei „die ganze Wahrheit“ bekannt, sagte Dosch. Zu den möglichen Kosten der notwendigen Verbesserungen lägen aber noch keine Zahlen vor, betonte er.

Deutlich weniger sicher: Beim Unfall rast ein Wagen ungebremst in den Graben
Deutlich weniger sicher: Beim Unfall rast ein Wagen ungebremst in den Graben Bild: ADAC

Bei den getesteten Bundesstraßen erzielten nur zehn Prozent, von den Landstraßen sogar nur sieben Prozent sehr gute Noten. 60 Prozent der Landstraßen würden laut dem Test bei einem Unfall nur mäßigen Schutz bieten.

Europaweite Prüfung

Der ADAC-Straßentest ist Teil des europaweiten Straßentests EuroRAP. Ziel der Initiative ist es, die passive Sicherheit der Straßen in den Staaten der Europäischen Union zu verbessern. Getestet wird auf der Grundlage eines modernen Verständnisses von Verkehrssicherheit, das davon ausgeht, daß Menschen Fehler machen, eben auch als Autofahrer. Eine sichere Straße müsse daher darauf vorbereitet sein, die Folgen solcher Fehler abzumildern. Dazu gehören laut ADAC intakte Leitplanken, eine gut sichtbare Beschilderung in gutem Zustand, ein griffiger Straßenbelag ohne Schlaglöcher und die Möglichkeit, daß sich Wasser- und/oder Eisflächen bilden können.

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Die europaweiten Untersuchungen dienen dem erklärten Ziel der EU, bis zum Jahr 2010 die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren. Auf den Straßen der Europäischen Union starben allein im Jahr 2004 rund 45.000 Menschen bei Straßenunfällen, davon in Deutschland 5862 Menschen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP, dpa
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