ADAC-Test

Fahrt durch den Wattkopftunnel ist ein Risiko

28.04.2004
, 13:37
Unsichere Tunnel gibt es nicht nur im Ausland: Beim ADAC-Tunneltest ist mit dem Wattkopftunnel erstmals eine deutsche Röhre durchgefallen. Die Italiener ließen die Tests gar nicht erst zu.
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Beim Tunneltest 2004 des ADAC ist erstmals in der sechsjährigen Testgeschichte auch ein deutscher Tunnel mit der Note „mangelhaft“ bewertet worden. Der Wattkopftunnel nahe Ettlingen in Baden-Württemberg fiel wegen Sicherheitsmängeln ebenso durch wie die kroatischen Röhren Tuhobic und Ucka bei Rijeka. Mit den Tunneln Rennsteig und Berg Bock in Thüringen befinden sich aber auch der Testsieger und der Zweitplazierte in Deutschland. Der Autoclub testete insgesamt 27 Tunnel in neun europäischen Ländern.

Unter den deutschen Röhren schnitt der Wesertunnel bei Bremen ebenfalls mit „sehr gut“ und der Tunnel in Bonn-Bad Godesberg mit „gut“ ab. Von den insgesamt 27 getesteten Tunneln bekamen jeweils neun die Note „sehr gut“ und „gut“. Fünf Kandidaten erwiesen sich als lediglich „ausreichend“. Der Roppener Tunnel in Österreich wurde als „bedenklich“ eingestuft.

Italien verweigert Tests

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Die Studie ist allerdings nicht repräsentativ, weil sich die italienischen Behörden und Tunnelbetreiber erneut weigerten, Tests zuzulassen. Laut ADAC-Präsident Peter Meyer sei das besonders schlimm, weil Italien mit Abstand das EU-Land mit den meisten Straßentunnel ist. Viele davon seien offensichtlich schon sehr alt und bedürfen mit Sicherheit einer umfassenden Sanierung. Es liege daher der Verdacht nahe, daß die Italiener in der Tat bei einer Überprüfung ihrer Tunnel alarmierende Sicherheitsmängel befürchten. 2003 hatten ADAC-Prüfer Grobtest gemacht und damit ermittelt, daß die Sicherheit vieler italienischer Tunnel nicht einmal den Basisanforderungen genügen. Anlaß, die Tunnel-Tests vor sechs Jahren aufzunehmen, war die verheerende Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel von 1999, bei der 39 Menschen ums Leben kamen.

Sicherheitsmängel: Der Wattkopftunnel fiel beim Test durch
Sicherheitsmängel: Der Wattkopftunnel fiel beim Test durch Bild: ADAC

Der Testsieger Rennsteig-Tunnel liegt bei Oberhof in Thüringen. Er ist mit 7,9 Kilometern Deutschlands längste Röhre und wurde erst im vergangenen Jahr in Betrieb genommen. Der zweitplatzierte Berg Bock bei Meiningen ist 2,7 Kilometer lang und wurde 2002 eröffnet. Beide Tunnel liegen auf der Autobahn 71 von Erfurt nach Schweinfurt und sind nahezu identisch ausgestattet: Jeweils eine Röhre pro Fahrtrichtung sind über Querverbindungen miteinander verbunden, die als zusätzliche Flucht- und Rettungswege genutzt werden können. Der Verkehr wird durch Videokameras lückenlos überwacht, es gibt ausreichend Pannenbuchten, Notruftelefone und Feuerlöscher.

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Nur eine Fahrrinne im Wattkopftunnel

Der 1994 eröffnete Wattkopftunnel bei Ettlingen bietet viele dieser Vorkehrungen nicht. Das Bauwerk landete daher auf dem drittletzten Platz, weil die fast zwei Kilometer lange Anlage aus nur einer Röhre besteht und der Gegenverkehr nicht getrennt wird. Negativ bewertet wurde zudem, daß es keine zusätzlichen Fluchtmöglichkeiten und Rettungswege gibt und auch keinerlei Einschränkungen für Gefahrguttransporte gemacht werden.

Noch schlechter schnitten nur die beiden kroatischen Tunnel im Test ab. Das ist laut Meyer besorgniserregend, weil Kroatien laut einer aktuellen Statistik der ADAC-Touristik eines der kommenden Urlaubsländer ist und schon in diesem Jahr in der Beliebtheitsskala der Deutschen vor Spanien liege.

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Quelle: AFP
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