FAZ plus ArtikelJérôme Boateng vor Gericht

Häusliche Gewalt im Karibikurlaub

Von Karin Truscheit, München
09.09.2021
, 22:30
Zur Sicherheit mit Bodyguards: Jérôme Boateng kommt am Donnerstagmorgen zum Münchner Strafjustizzentrum.
Das Amtsgericht München verurteilt Jérôme Boateng wegen Körperverletzung. Beide Streitparteien werfen einander Beleidigungen, Gewalt und Affären vor. Familienrechtliche Streitigkeiten überlagern die Beweisaufnahme.
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Kleidung und Auftreten sind gut gewählt: dunkelblauer Anzug, weißes Hemd, goldfarbene Brille, gefaltete Hände. In seinen stundenlangen Ausführungen vor dem Amtsgericht München zum Tatvorwurf der Körperverletzung und Beleidigung zeichnet Jérôme Boateng am Donnerstag das Bild eines Mannes, der 2018 die Dinge nur in Ruhe regeln wollte. Die Weltmeisterschaft bestreiten. Mit einem neuen Verein in Paris verhandeln. Für seine Freundin, die Mutter seiner Zwillingstöchter, alles Finanzielle organisieren, was sie forderte: Auto, Wohnung, Geld. Mit Anwälten und Steuerberatern die Formalitäten klären, damit es „keine Probleme mit der Schenkungssteuer“ gibt.

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Im Urlaub im Juli 2018 auf den Turks- und Caicos-Inseln kam es zu dem Vorfall, der ihn am Donnerstag aufgrund des Medieninteresses in den großen Saal des Oberlandesgerichts München brachte –und damit auf die Anklagebank, auf der schon Beate Zschäpe saß. Der Urlaub sollte nach seinen Schilderungen allen eine Art Verschnaufpause geben: ihm vom schnellen Ende der WM, dem Paar von den Streitigkeiten um das Aufenthaltsrecht der gemeinsamen Töchter. Mit von der Partie waren auch W., eine Freundin von S., sowie M., ein Jugendfreund Boatengs.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Truscheit, Karin
Karin Truscheit
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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