FAZ plus ArtikelFertigstellung Sagrada Familia

Mit Gaudí hat das nicht mehr viel zu tun

Von Hans-Christian Rößler, Barcelona
Aktualisiert am 23.07.2019
 - 15:10
Sie wächst und wächst: Ginge es nach dem Willen der heutigen Bauherren, würde rechts neben der Basilika noch eine riesige Freitreppe entstehen.
Bis 2026 soll die Kirche Sagrada Familia in Barcelona fertiggestellt sein. Viele Anwohner fürchten, dass ihre Häuser dem Bauwerk noch weichen müssen.

Am frühen Morgen gehört das Viertel seinen Bewohnern. Ratternd ziehen Ladenbesitzer die Metalljalousien hoch. Hausmeister fegen den Bürgersteig, Hausfrauen machen sich zum Einkauf auf. Unterwegs trinken sie noch einen Kaffee in der Bar an der Ecke. Aber es ist die Ruhe vor dem Ansturm. Eilenden Schritts nimmt die erste Hundertschaft Touristen die Calle Marina in Beschlag. Auch an der Mallorca-Straße ist bald kein Durchkommen mehr. Ein Polizist muss den Passanten einen Weg durch die Menge bahnen, die einfach stehen bleibt und staunend zu den Türmen der Sagrada Familia hinaufblickt.

Die Prozession reißt erst ab, wenn es Abend wird: Mehr als vier Millionen Menschen besichtigen jedes Jahr das Innere der unvollendeten Basilika. Dazu kommen unzählige Touristen, die keine Eintrittskarte mehr bekommen. In der Hochsaison ist der „Sühnetempel der Heiligen Familie“ oft tagelang ausverkauft.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Rößler, Hans-Christian
Hans-Christian Rößler
Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.
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