Nach dem Rover nun bemannt

China will schon 2033 zum Mars

Von Friederike Böge, Schanghai
24.06.2021
, 14:46
Mars-Vulkane bei Sonnenaufgang, aufgenommen von der arabischen Raumsonde „Al-Amal“
Im Mai war es China erstmals gelungen, einen Rover auf dem Mars zu landen. Nun veröffentlichte das staatliche Raumfahrtunternehmen einen Zeitplan für bemannte Marsmissionen. Bislang wurde nicht vor 2040 damit gerechnet.

China hat erstmals einen Zeitplan für bemannte Marsmissionen veröffentlicht. Das staatliche Raumfahrtunternehmen China Academy of Launch Vehicle Technology (CALT) sagte der Zeitung Global Times, bemannte Flüge zum Mars seien für die Jahre 2033, 2035, 2037, 2041 und 2043 vorgesehen. Die Grundzüge des Programms hatte der Chef des Raumfahrtunternehmens, Wang Xiaojun, Mitte Juni auf einer Fachkonferenz in St. Peterburg vorgestellt, jedoch ohne einen Zeitplan zu nennen.

Bei der Europäischen Weltraumbehörde ESA werden die Pläne als sehr ambitioniert eingeschätzt. Bislang wurde nicht vor 2040 damit gerechnet. China will sich demnach nicht mit der Kurzzeitentsendung von Astronauten begnügen, sondern arbeitet auf eine dauerhafte Präsenz in einer Forschungsstation auf dem roten Planeten hin. Wangs Vortrag in St. Petersburg zufolge soll zunächst eine temporäre Station auf der Mars-Umlaufbahn und später eine Basis auf dem Planeten selbst entstehen.

In einem ersten Schritt ist die Rückholung von Proben vom Mars durch eine unbemannte Mission geplant. Nach Angaben der chinesischen Weltraumbehörde soll das „rund um das Jahr 2030“ geschehen. Damit ist die Mission so terminiert, dass sie einem ähnlichen gemeinsamen Programm der ESA und der amerikanischen Weltraumbehörde NASA vorgreift. Dieses geht von einer Rückholung der Proben bis 2031 aus.

In dem Bericht der Global Times von Donnerstag heißt es zudem, in einer dritten Phase wolle man Frachtflüge durchführen, um eine „großangelegte Erschließung des roten Planeten“ und dortiger Ressourcen zu ermöglichen. Im Mai war es China erstmals gelungen, einen Rover auf dem Mars zu landen.

Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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