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Rittergut in Sachsen zu haben

Zwanzig Zimmer, Küche, Bad

Von Stefanie Sippel
 - 17:13
Das Gut Schloss Gundorf in Leipzig

Die Stadt Leipzig boomt und hat Zuzug. Doch wer mehr als drei Zimmer, Küche, Bad will und es etwas weitläufiger braucht, konnte am Freitag das Gut Gundorf, eines der ältesten Ritter- und Lehensgüter Sachsens ersteigern, das im Nordwesten der Stadt Leipzig liegt. Das Gut ist von Grünfläche umgeben. An Platz wird es dort nicht fehlen.

Neben dem sanierten Schloss gehört das Mehrfamilienhaus „Marienhof“, das Kutscherhaus, das Verwalterhaus, ein Wirtschaftshof mit Hallen, Garagen und Lagerflächen und ein Reiterhof zu der Anlage. 60 Pferde können dort untergebracht werden. All das konnte bei der 420.Deutschen Grundstücksauktion ersteigert werden.

Erbaut wurde das Gut, das zu der Zeit noch ein schlichtes Herrenhaus war, um 1720 von Johann Ernst Kregel von Sternbach. Er war Handels- und Ratsherr in Leipzig. In späteren Jahren wurde es immer wieder erweitert: mit Seitenflügel, Ballsaal, Wintergarten. In einer Nacht Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sogar unbemerkt ein Turm illegal angebaut.

Die heutige Anlage geht aus dem ehemaligen Gundorfer Klostergut hervor. Zu dem Schloss gehört ein weitläufiger englischer Landschaftspark, der von Peter Joseph Lenné geplant wurde. Lenné gilt als einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsgärtner. Seit 1828 war er der alleinige Königliche Gartendirektor Preußens und damit für alle Königlichen Gärten verantwortlich. Vor allem in Berlin und Potsdam wirkte er. Er plante den Berliner Tiergarten, den Zoologischen Garten, den Volkspark Friedrichshain und gestaltete den Schlosspark Sanssouci in Potsdam. In Städten wie Köln, Koblenz und Aachen war Lenné ebenfalls tätig.

Auch der Park des Guts, der 66500 Quadratmeter groß ist und im Lauf der Jahre immer wieder verändert wurde, verdankt seine heutige Gestaltung Lenné. 2004 wurden Teile des Geländes als Biosphärenreservat ausgewiesen. Der ganze Park ist ein Naturdenkmal. Er ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich, und das soll er auch bleiben, wenn das Gut seinen Besitzer wechselt. Momentan ist es im Besitz von Ralf-Dieter Montag-Girmes.

Das Mindestgebot für das Gut Schloss Gundorf liegt bei 1,95 Millionen Euro. Bei der Deutschen Grundstücksauktion wurde es am Freitag auf Position 46 aufgerufen – doch niemand wollte es ersteigern. Dennoch blieb der Verkauf zunächst offen, die Interessenten hatten auch die Möglichkeit, während der Auktion noch zu späterer Zeit für das Gut zu bieten. Wer auch immer erfolgreich sein wird, er würde sich wohl, wäre das Schloss tatsächlich als Weihnachtsgeschenk geplant, mindestens ein großes Problem damit einhandeln: Wie er das Geschenk samt Kutscherhaus, Verwaltungshaus, Park und Reiterhof unter den Weihnachtsbaum bekommen würde, wäre spannend zu sehen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sippel, Stefanie
Stefanie Sippel
Volontärin.
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