Keine Anzeichen für Straftat

Polizei geht nach Stromausfall in Dresden von Unfall durch Ballon aus

14.09.2021
, 14:16
Thomas Geithner, Polizeisprecher, spricht auf der Pressekonferenz in Dresden
Nachdem am Montag rund 300.000 Wohnungen in Dresden ohne Strom waren, ermittelte die Polizei. Nach derzeitigem Stand gehen die Ermittler aber von einem Unfall aus.

Nach dem großen Stromausfall in Dresden geht die Polizei von einem Unfall mit einem normalen Ballon aus. Der Stromausfall vom Montag sei durch einen handelsüblichen Ballon ausgelöst worden, der etwa bei Hochzeiten oder Kindergeburtstagen genutzt werde, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Netzbetreiber SachsenEnergie.

Der Ballon sei nicht präpariert gewesen, und es gebe kein Bekennerschreiben, sagte Geithner. Hundertprozentig ausschließen könne man einen Vorsatz zwar nicht, aber nach derzeitigem Stand gehe die Polizei von einem Zufall aus.

Am Montagnachmittag hatten etwa 300.000 Haushalte in Dresden und Umgebung zeitweise keinen Strom. Betroffen waren auch Firmen und der Straßenbahnverkehr. Bei der Suche nach der Störungsursache fand die Polizei verschmorte Reste eines Ballons. Zunächst war unklar, ob der metallbeschichtete Ballon, der den Stromausfall vermutlich verursachte, gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangt war.

Die Polizei hatte nach dem Eingang der ersten Notrufe zunächst einen Führungsstab gebildet, wie der Sprecher sagte. Wegen der anstehenden Bundestagswahl, des laufenden Prozesses gegen mutmaßliche Linksextremisten und mehrerer Versammlungen in der Stadt habe überlegt werden müssen, ob vom schlimmsten Fall auszugehen sei.

Metallbeschichtete Ballons – wie es sie auch etwa bei Volksfesten oder Jahrmärkten gibt – hatten bereits in der Vergangenheit für Schaden gesorgt. Im September 2017 war ein Ballon in die Oberleitung des Stuttgarter Hauptbahnhofes geraten und hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Dadurch wurde der S-Bahn-Verkehr gestört. 2015 war am Frankfurter S-Bahnhof Hauptwache ein Heliumballon in die Oberleitung geflogen und hatte ebenfalls einen Kurzschluss mit Explosion ausgelöst. Der S- und U-Bahn-Verkehr musste vorübergehend komplett eingestellt werden.

Quelle: dpa/AFP
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