FAZ plus ArtikelSpezielles Erste-Hilfe-Set

So retten Polizisten ihre verletzten Hunde

Von Reiner Burger
25.06.2022
, 14:22
Bereit für den Notfall: Die Hundeführer Inga-Lina Frohloff und Daniel Witting demonstrieren den Einsatz des Erste-Hilfe-Packs am Dummy K9 Hero.
Auch Diensthunde können bei Einsätzen verletzt werden. Deshalb gibt es in der nordrhein-westfälischen Polizei nun spezielle Erste-Hilfe-Sets und ein Training am lebensgroßen Dummy. Ein Besuch im Ausbildungszentrum.
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„Polizei! Bleiben Sie stehen!“, ruft Frank Daszkowski dem Mann zu, der sich an einem silbergrauen Auto zu schaffen macht. Doch der Dieb rennt davon, seine Beute wirft er ­hektisch weg. Weit kommt er nicht, denn Daszkowski schickt ihm seine zweieinhalb Jahre alte Diensthündin Cora hinterher. Einen Wimpernschlag später hat Cora ihren Auftrag „Fluchtverhinderung“ er­ledigt: Der gestrauchelte Mann liegt im Gras – und ist trotzdem zufrieden. „Ich spiele gerne den Dieb, weil man die Tiere in dieser Rolle besonders intensiv kennenlernt“, sagt Polizeihundetrainer Markus Kolczack, der eine Bissschutzjacke trägt.

Derweil kommt auf dem weitläufigen Gelände des Polizei-Bildungszentrums am Rand des ostwestfälischen Orts Schloß Holte-Stukenbrock Jive zum Einsatz. Die Hündin ist darauf trainiert, selbst in unwegsamem Gelände jeden noch so kleinen Gegenstand zu erschnüffeln, der nach Mensch riecht. Weil Kolczack hingefallen war, riecht es diesmal ziemlich weitflächig nach Mensch. Aber Jive bleibt konzentriert bei der Sache. Nach wenigen Sekunden zeigt sie an, wo im hohen Gras der Schlüsselbund aus dem Auto liegt. Brav lässt Jive den Schlüsselbund liegen, weshalb sie von Diensthundführerin Inga-Lina Frohloff als Ersatzbeute ihr Lieblingsspielzeug be­kommt, einen kleinen Gummiball. Schon seit sieben Jahren sind die beiden in allen Einsatzlagen ein eingespieltes Team.

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Eigens gezüchtet

In der Außenstelle Schloß Holte-Stukenbrock des LAFP findet seit mehr als 50 Jahren die Diensthundführer­ausbildung der nordrhein-westfälischen Polizei statt. Zwar haben die 47 Polizeibehörden eigene Tiere, doch spezielle Hunde gibt es nur in Schloß Holte-Stukenbrock. „Es sind Hunde, die für das Aufspüren von Leichen oder Brandmitteln ausgebildet sind oder als Man Trailer die Spur eines Menschen bis zu 36 Stunden nach dem Verschwinden verfolgen können. Mit ihnen fahren wir nach Bedarf zu Tatorten im ganzen Land“, sagt Dezernatsleiter Björn Zeipert. Als einzige Polizei in Deutschland züchtet die nordrhein-westfälische Polizei in Schloß Holte-Stukenbrock zudem auch ihre eigenen Tiere – Belgische Schäferhunde (Malinois), weil sie über eine schnelle Auffassungs­gabe verfügen, besonders robust sind und seltener Hüftprobleme haben als die lange eingesetzten deutschen Schäferhunde.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Burger, Reiner
Reiner Burger
Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
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