Gesundheit

Mückenplage in den Hochwassergebieten

26.08.2002
, 17:10
Das weichende Hochwasser schafft optimale Bedingungen für Stechmücken. Eine Plage droht.
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Das katastrophale Hochwasser verstärkt die ohnehin in diesem Jahr herrschende Mückenplage. Der Entwicklungszyklus der Mücke wird durch die anhaltende Hitze von fünfundzwanzig auf nur zehn Tage verkürzt. Mückenschwärme erschweren nun die Arbeiten an den Deichen.

Parasitologen schätzen, dass es in diesem Sommer in einem Monat so viele Mücken gäbe, wie ansonsten in einem ganzen Jahr. Wird der kommende September nun noch richtig trocken und warm, drohe noch eine richtig große Plage.

Folge des Hochwassers

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Solange das Wasser fließt, interessieren sich die Mücken nicht dafür, denn dort könnten Fressfeinde auf sie lauern. Entstehen jedoch Tümpel und Morast, sind die Tiere in ihrem Element. Mückenweibchen legen dort zahllose Eier ab aus denen Larven schlüpfen, die sich innerhalb von zehn Tagen zu Mücken entwickeln.

Die erste Generation der Stechmücken plagt bereits die Helfer an den Deichen. Nach den starken Regenfällen vor zwei Wochen haben die Mückenweibchen in den verbliebenen Pfützen ideale Brutstätten vorgefunden.

Kleine Blutsauger

Mückenweibchen suchen sich zur Eiablage solche kleinen, stehenden Gewässer. Zuvor benötigen sie zur Entwicklung ihrer Eier Blut. Bei den herrschenden, warmen Temperaturen können die Eier dann schon drei Tage nach dem Blutgenuss gelegt werden.

Eine besonders unangenehme Art ist die sogenannte Kriebelmücke. Sie kriecht in Hosenbeine, Ärmel oder die Haare, um sich eine geschützte Körperstelle zu suchen. Dort angekommen raspelt sie Wunden in die Haut und sondert dabei ein Betäubungsmittel ab, das verhindert, dass der Gestochene etwas davon spürt. Ist die Wirkung des Mittels verflogen entsteht ein wochenlang juckender Bluterguss.

Der typische Schlafzimmerplagegeist ist die braune Stadt- und Haus-Mücke. Ihr genügen zum Ablegen ihrer Eier bereits kleine Wasseransammlungen in Blumentöpfen, Regentonnen oder auch feuchten Kellern. Sie saugt ihren Opfern meist nachts Blut aus. Die Wiesen- und Wald-Mücke hingegen sticht tagsüber zu und macht damit den Helfern an den Deichen das Leben schwer.

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Kein Gesundheitsrisiko

Der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes Adolf Windorfer gibt Entwarnung. Die Mückenplage sei zwar lästig, aber sie stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar. "Mücken übertragen in der Regel keine Erreger. Sie lassen sich nicht - wie Wespen - auf Kothaufen nieder ."

Laut Angaben des Magdeburger Umweltministeriums werde es keine Bekämpfung der Insekten mit Chemikalien geben. „Der Nutzen stünde in keinem Verhältnis zum Aufwand“, sagte der zuständige Referent, Uwe Tesch.

Man könne zwar aus Flugzeugen ein biologisches Mittel versprühen, dies sei aber angesichts der großen Flächen sehr teuer und helfe auch nicht hundertprozentig. Es sei zudem schon ziemlich spät im Jahr, so dass sich die Mückenplage in absehbarer Zeit von selbst erledigen werde. Mit den fallenden Temperaturen werde die Aktivität der Tiere stark nachlassen.

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Quelle: @shir
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