Virusinfektion

Affenpocken breiten sich weiter aus – nun auch ein Fall in Deutschland

20.05.2022
, 13:51
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r).
Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Affenpocken in Europa steigt stetig. Nun ist auch hierzulande ein Mensch erkrankt. Großbritannien soll einen Pocken-Impfstoff gekauft haben.
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Die Affenpocken breiten sich weiter in Europa aus. Am Freitag ist auch in Deutschland der erste Fall von Affenpocken bestätigt worden. Wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mitteilte, wurde das Virus am Donnerstag bei einem Patienten zweifelsfrei nachgewiesen. Der Patient habe die charakteristischen Hautveränderungen gezeigt. Laut Münchener Gesundheitsamt war der 26 Jahre alte Mann von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist.

Am Freitag wurden auch zwei erste Fälle der seltenen Virusinfektion in Belgien bekannt. Sie wurden von Virologen in verschiedenen Städten festgestellt. Der flämische Sender VRTNWS berichtete allerdings, dass beide Patienten dieselbe Party besucht hätten. Die erste infizierte Person, die in Antwerpen diagnostiziert wurde, ist Behördenangaben zufolge nicht ernsthaft erkrankt und befindet sich zusammen mit ihrem Partner in Isolation. Bei dem zweiten Fall handelt es sich um einen Mann aus der Region Flämisch-Brabant, wie der Virologe Marc Van Ranst aus Leuven auf Twitter mitteilte. Auch er soll nicht ernsthaft erkrankt sein. In Spanien stieg die Zahl der Infektionen derweil um 14 auf insgesamt 21 Fälle, wie die Behörden in Madrid mitteilten.

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Fälle von Affenpocken auch in Italien und Frankreich

Fälle von Affenpocken waren zuletzt bereits in Großbritannien, den USA und Portugal bekanntgeworden. Spanien, Italien und Frankreich meldeten am Donnerstag die ersten Fälle. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge, die meist im Gesicht beginnen und sich auf den Rest des Körpers ausbreiten. Die Krankheit verläuft in der Regel mild. Bei Affenpocken handelt es sich um eine seltene Viruserkrankung, die von Tieren – vermutlich vor allem von Nagetieren – auf Menschen übertragen werden. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber bei engem Kontakt möglich. Die Viruserkrankung tritt hauptsächlich in West- und Zentralafrika auf und nur sehr selten andernorts, was die gegenwärtigen Ausbrüche ungewöhnlich macht.

Erste Fälle wurden auch in Australien und Kanada bekannt. Australien meldete am Freitag einen ersten Fall von Affenpocken bei einem männlichen Reisenden, der vor kurzem aus Großbritannien zurückgekehrt war. Ein weiterer Verdachtsfall, bei einem Mann, der ebenfalls kürzlich nach Europa gereist war, wird noch geprüft. In Kanada wurden zwei Fälle in der Provinz Quebec gemeldet, die ersten bestätigten Infektionen in dem Land. Die Behörden gehen zudem 17 Verdachtsfällen nach.

Großbritannien kauft Pocken-Impfstoff ein

Wegen der Häufung der Infektionen hat Großbritannien einem Bericht zufolge Pocken-Impfstoff eingekauft, der einen gewissen Schutz gegen die Erkrankung bieten soll. Das berichtete die BBC am Freitag unter Berufung auf die britische Regierung. Unklar war zunächst, wie viel Impfstoff eingekauft wurde und wer damit geimpft werden soll. Eine Sprecherin der britischen Gesundheitsbehörde sagte, das Vakzin solle Menschen mit höherem Risiko einer Infektion angeboten werden. Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung sei weiterhin sehr niedrig, hieß es.

Auch wenn der Pocken-Impfstoff nicht speziell auf das Affenpocken-Virus zugeschnitten ist, soll er einen gewissen Schutz bieten - vor allem gegen schwerere Erkrankungen. Routinemäßige Impfungen gegen Pocken wurden in Großbritannien der BBC zufolge in den 1970er Jahren eingestellt, als man die Krankheit im Land für ausgerottet erklärte.

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Quelle: Reuters/AFP/dpa
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