Vom Coronavirus genesen

New Yorker Studie findet Antikörper bei jedem Fünften

24.04.2020
, 10:22
Ein Mann fährt in Brooklyn Fahrrad. In New York könnten laut einer Studie bereits 20 Prozent der Menschen Antikörper gebildet haben.
Nach vorläufigen Ergebnissen einer ersten Antikörper-Studie haben sich in New York City bislang mehr als 20 Prozent der Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. In Deutschland steigt die Zahl der gemeldeten Infizierten um 2337.
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Im besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen amerikanischen Bundesstaat New York könnten schon deutlich mehr Menschen an Covid-19 erkrankt und nun immun sein, als bisher bekannt. Nach vorläufigen Ergebnissen einer ersten Antikörper-Studie infizierten sich in der Millionenmetropole New York City bislang mehr als 20 Prozent der Menschen mit dem neuartigen Virus. Im gesamten Bundesstaat liege die Zahl bei 14 Prozent, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Donnerstag bei seiner täglichen Pressekonferenz.

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Für die Studie seien rund 3000 Menschen, die in 40 Supermärkten in 19 Landkreisen einkauften, zufällig ausgewählt und auf Antikörper getestet worden. Die überraschend hohen Zahlen könnten Cuomo zufolge bedeuten, dass mehr als 1,7 Millionen Menschen in New York City und etwa 2,7 Millionen Menschen im gleichnamigen Bundesstaat mit etwa 19 Millionen Einwohnern bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben.

Todesrate sinkt weiter

Viele Forscher gehen davon aus, dass diejenigen, die das Virus bereits hatten, geheilt und zumindest für eine gewisse Zeit immun gegen Covid-19 sind. Cuomo betonte allerdings, die Zahlen der Studie seien vorläufig und beruhten nur auf der relativ kleinen Testgruppe, die zudem nur Menschen beinhalte, die in Supermärkte gehen.

Es war schon länger vermutet worden, dass New Yorks mehr als 250.000 nachgewiesene Infektionen nur die Spitze des Eisbergs sind. In den Vereinigten Staaten sorgte am Donnerstag zudem eine weitere Studie, die von einem weitaus früheren Beginn der Pandemie in New York City ausgeht, für Aufsehen. Demnach könnte es allein in New York City bereits knapp 11.000 Fälle gegeben haben, als am ersten März die erste offizielle Infektion bestätigt wurde – und insgesamt 28.000 in fünf amerikanischen Großstädten, die zu dieser Zeit offiziell 23 Fälle gemeldet hatten.

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Die Lage in New York hatte sich zuletzt nach wochenlangen Ausgangssperren wieder etwas entspannt. Die Zahl der Todesopfer nach einer Infektion mit dem Coronavirus lag in dem amerikanischen Bundesstaat am Donnerstag mit 438 den vierten Tag in Folge unter der Marke von 500. „Diese Zahl sinkt weiter – aber nicht so schnell, wie wir das gerne sehen würden“, sagte Cuomo. Die Zahl der neu Infizierten liege nun schon seit Tagen bei rund 1300. „Das ist stabil, aber das ist nicht so toll, wir würden gerne sehen, dass sich das weiter reduziert.“

In vielen anderen amerikanischen Bundesstaaten gab es bereits in den vergangenen Tagen Lockerungen. So sind in Florida manche Strände wieder geöffnet. In Texas und Vermont durften manche Geschäfte wieder aufmachen. Im Bundesstaat New York will Gouverneur Andrew Cuomo diesen Beispielen vorerst aber nicht folgen. Zwar könne er „den Druck verstehen“, unter dem die Kollegen in anderen Bundesstaaten stünden, die Restriktionen zu lockern. Doch wies Cuomo zugleich das Argument zurück, dass der wirtschaftliche Stillstand und die Ausgangsbeschränkungen verheerendere Folgen haben könnten als das Coronavirus selbst.

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In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 150.383 nachgewiesene Corona-Infizierte (Stand Freitagmorgen). Das sind 2337 mehr als am Vortag. Gleichzeitig steigt die Zahl der Genesenen: Mittlerweile haben sich laut RKI 106.800 Erkrankte wieder von dem Virus erholt. 5321 Menschen sind bislang in Deutschland an dem Virus gestorben.

Quelle: jsh./dpa/AFP
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