Corona in Deutschland

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 23,1

09.08.2021
, 06:17
Eine Frau hält am Flughafen München in einem Covid-19 Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen.
Das Robert Koch-Institut hat 1183 Corona-Neuinfektionen registriert. Die FDP fordert unterdessen, Ängste vor einer Corona-Impfung durch mehr Aufklärung zu zerstreuen. Niedersachsen und Baden-Württemberg unterstützen Pläne, Corona-Tests kostenpflichtig zu machen.
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Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagmorgen lag sie bei 23,1 – am Vortag hatte der Wert 22,6 betragen, vor einer Woche lag er bei 17,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1183 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.08 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 847 Ansteckungen gelegen.

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Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

91.784 Corona-Tote in Deutschland

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zwei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche war es ein Todesfall gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.791.949 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.667.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.784.

Weil und Kretschmann: Tests nicht mehr gratis

Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Baden-Württemberg, Stephan Weil (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne), haben sich dafür ausgesprochen, Corona-Tests künftig in der Regel nicht mehr gratis anzubieten. „Ich halte es ausdrücklich für richtig, dass Ungeimpfte ab dem Herbst ihre Tests selbst bezahlen müssen. Bis dahin hatte jeder die Möglichkeit, sich kostenfrei impfen zu lassen“, sagte Weil der Zeitung Tagesspiegel.

Kretschmann sagte der Stuttgarter Zeitung: „Auf Dauer wird die öffentliche Hand die Tests nicht finanzieren können. Das ist auch eine Frage von fairer Lastenverteilung, denn es gibt ja ein kostenfreies Impfangebot für alle.“

FDP fordert bessere Aufklärung

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hat die Bundesregierung aufgefordert, mit einer „unaufgeregten Aufklärungskampagne“ Ängste vor einer Corona-Impfung zu zerstreuen. Dies wäre besser als mit „Drohungen eines unmittelbaren oder mittelbaren Impfzwangs Vorbehalte zu verstärken“, sagte Thomae der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor der Konferenz von Bund und Ländern am Dienstag.

Bei dem anstehenden Virus-Gipfel will der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), eine neue Richtung bei der Corona-Politik der Regierung einschlagen. „Es stellt sich die Frage, ob es unsere Gesellschaft nicht auch aushalten kann, diejenigen, die sich bewusst nicht impfen lassen und dann schwer erkranken, entsprechend zu versorgen, statt das gesamte Land und die Wirtschaft mit dem Damoklesschwert des Lockdowns zu ängstigen und zu schädigen“, sagt Rüddel der Bild-Zeitung.

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Von der Ministerpräsidentenkonferenz müsse das Signal kommen, dass es „keine automatischen Lockdowns mehr geben wird – auch keine nur für Ungeimpfte.“ Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Inzidenz nicht mehr als Richtschnur für die Corona-Lage hergenommen werde. Die Inzidenz sage angesichts der Impfquote nichts mehr aus über die tatsächliche Belastung des Gesundheitssystems aus.

Quelle: dpa
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