Coronavirus

RKI meldet mit 7830 Neuinfektionen wieder Höchstwert

Aktualisiert am 17.10.2020
 - 07:18
Ein Arzt macht einen Abstrich bei der Präsentation eines Corona-Testmobils in Dresden vergangenen Freitag.
Den dritten Tag in Folge verzeichnet das Robert-Koch-Institut ein neues Allzeithoch an Corona-Neuinfektionen. Auch die Reproduktionszahl steigt deutlich.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Pandemie haben sich laut RKI mindestens 356.387 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9767. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach den Schätzungen gibt es etwa 290.000 Genesene.

R-Wert über 1,2

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,2 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach den Schätzungen lag dieser Wert bei 1,30 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Vermeiden, was nicht notwendig ist

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus forderte im Kampf gegen die in die Höhe schnellenden Infektionszahlen eine bundeseinheitliche Linie. „Alles andere ruft momentan nicht nur große Irritation in der Bevölkerung hervor – es behindert ein konsequentes, gebündeltes Vorgehen gegen Corona“, schrieb der CDU-Politiker in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an die Abgeordneten von CDU und CSU.

Brinkhaus schrieb, grundsätzlich bleibe es bei der Linie, dass die Unionsparteien auf Eigenverantwortung und Vernunft setzen würden. Ganz besonders gelte das während einer Pandemie. Was nicht unbedingt notwendig sei – jede Feier, jede Reise – solle vermieden werden.

Verwirrung um Beherbergungsverbote

Am Freitag hatten Gerichte Bund und Länder bei ihren Schritten zum Eindämmen der Corona-Pandemie zunehmend ausgebremst. Zunächst gab es Urteile gegen die Beherbergungsverbote für Reisende aus Corona-Hotspots in Baden-Württemberg und Niedersachsen. Dann kippte das Berliner Verwaltungsgericht die Sperrstunde in der Hauptstadt. Am Abend wurde auch das Beherbergungsverbot in Brandenburg gestoppt.

Bayern ließ es am Freitag auslaufen, Hessen plant ebenfalls die Abschaffung. In Hamburg dagegen scheiterte am Freitag ein Antrag auf Aufhebung vor Gericht,wie zuvor schon in Schleswig-Holstein.

Quelle: dpa
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