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Salzburger Kliniken

Ein Ärzte-Team kümmert sich um die Triage

Von Andreas Mihm, Wien
16.11.2021
, 17:05
Warteschlange vor dem Impfbus: In Salzburg ist die Corona-Lage besonders ernst. Bild: dpa
Noch müssen auch in Österreich keine Kliniken entscheiden, für welche Patienten sich Intensivbetten noch lohnen. Doch in Salzburg bereiten sie sich darauf vor. „Wir fahren gegen die Wand“, mahnt der Klinik-Sprecher.
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Angesichts von immer mehr Corona-Fällen und fehlendem medizinischen Personal bereiten sich in Österreich erste Krankenhäuser auf eine Triagierung von Patienten vor. Das läuft darauf hinaus, dass die Überlebenschancen einzelner Patienten vor deren intensivmedizinischer Behandlung bewertet werden. Die Versorgung weiterer Patienten nach geltenden medizinischen Standards und Sorgfaltsmaßstäben sei bald nicht mehr zu garantierten, schrieb der Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken in einer „Überlastungsanzeige“. Es drohe eine Notstandssituation, in der „intensivmedizinische Triagierungen vorgenommen werden müssen“, zitierten die Salzburger Nachrichten daraus.

Man habe ein Ärzteteam nominiert, das entscheiden müsse, welche Patienten noch intensivmedizinisch behandelt werden könnten, sagte ein Kliniksprecher. Zu der sechsköpfigen Gruppe gehörten eine Juristin und fünf Medizinern unterschiedlicher Fachbereiche, darunter ein Internist, ein Intensivmediziner und ein Palliativarzt. Der Sprecher machte aber deutlich, dass es sich bisher nur um Vorbereitungen handle. Es ist eine dramatische Situation, aber noch sind wir nicht so weit", sagte er hinsichtlich einer möglichen Triage. „Wir wollen aber ab diesem Zeitpunkt die Bevölkerung und die Politik vorwarnen, dass wir gegen die Wand fahren.“

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Es geht auch um Haftungsfragen

Aktuell fehlten 272 Betten im Non-Covid-Bereich, bald stehe „kein ausreichendes ärztliches Personal zur Verfügung“. Vielfach sei Personal von anderen Stationen zur Betreuung der Corona-Patienten abgezogen worden. Wegen der stark steigenden Infektionszahlen rechnet auch das Land Salzburg mit einem weiteren Anstieg der Covid-Patienten. „Wir appellieren daher dringend an die politischen Verantwortlichen, die erforderlichen Maßnahmen zur deutlichen Reduktion des Infektionsgeschehens zu setzen“, schrieb der Geschäftsführer in der „Überlastungsanzeige“.

Die Stadt bestätigte deren Eingang. Sie sei formaljuristisch wichtig. Denn dabei gehe es auch um elementare Haftungsfragen der Ärzte und der Krankenanstalten, wenn keine Patienten mehr aufgenommen oder entsprechend den medizinischen Erfordernissen behandelt werden könnten. Als Sofortmaßnahmen sollten Reha-Einrichtungen geschlossen und mit Patienten aus Nicht-Covid-Bereichen belegt werden, die nicht mehr im Krankenhaus versorgt werden müssten, für die aber Pflegebetten fehlten. Entlasten soll auch eine sogenannte Covid-Transferstation für jene Corona-Patienten, die noch positiv seien, aber nicht mehr umfassend gepflegt werden müssten.

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Das Land Salzburg kündigte derweil an, die dritte Impfdosis vorzuziehen, um die Spitäler zu entlasten. Andernorts wie in Oberösterreich und Tirol ist die Lage zwar auch angespannt, aber nicht so dramatisch, dass eine Triagierung vorbereitet werden müsse, hieß es. Dafür wurden weitere Schritte zur Eindämmung des Virus bekannt. So dehnten mehrere Länder die Pflicht zum Tragen von FFP-2-Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen aus, teils soll das – trotz geltender 3-G-Vorschrift – auch am Arbeitsplatz gelten.

Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
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