Seit fünf Tagen gefallen

Corona-Inzidenz im Rückwärtsgang

18.09.2021
, 05:39
Im Fenster einer Hamburger Kiez-Kneipe hängt ein Zettel mit dem Hinweis auf die 2G-Regeln.
Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 72,0. Vor einer Woche lag sie bei über 82. Das RKI meldet 8901 Neuinfektionen. In einer Gemeinde beträgt die Inzidenz mehr als 1000.

Die Sieben-Tage-Inzidenz des Coronavirus in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 72,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 74,4 gelegen, vor einer Woche bei 82,8.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8901 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.214 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 63 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg damit auf 92.920.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.134.779 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.882.700 an.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Mittwoch: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Impfdurchbrüche bei 2G-Party

Nach einem Corona-Ausbruch in Münster bei einer 2G-Party mit über 80 Infizierten unterstreichen Experten dennoch die Bedeutung der Schutzimpfung. Unter Extrembedingungen eines Clubs mit Hunderten Besuchern, Enge und dicht geführten Gesprächen seien Infektionen auch für Geimpfte und Genesene nicht völlig auszuschließen, sagte Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfung schütze in diesen Fällen aber offensichtlich trotzdem: Die Betroffenen in Münster hätten durchweg keine schweren Verläufe.

An der Party hatten am 3. September in Münster rund 380 Frauen und Männer teilgenommen. Zugang hatten nur doppelt gegen Corona Geimpfte oder Genesene (2G). Nach der Party hatte die Stadt dennoch zahlreiche Neuinfektionen gemeldet. Nach dem letzten Stand war es mehr als jeder fünfte Party-Teilnehmer.

Gemeinde mit Inzidenz über 1000

In Augustdorf in Nordrhein-Westfalen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt rechnerisch über 1000. Der Kreis Lippe und die 10.000-Einwohner-Gemeinde kündigten Maßnahmen gegen ein weiteres Ansteigen der Infektionszahlen an. Infizierte und Kontaktpersonen sollen umfangreicher informiert werden, welche Schritte erforderlich sind, teilte der Kreis am Freitag mit. Auch sollen mehrsprachige Flyer verteilt werden, die über das Thema Impfen und das Verhalten in Quarantäne informieren. Daneben würden auch Schwerpunkttestungen erwogen.

Es gebe in Augustdorf ein diffuses Infektionsgeschehen gerade in Familienverbünden, erläuterte ein Sprecher des Kreises. Das Gesundheitsamt bewerte das Infektionslage noch detaillierter. Der Kreis Lippe habe nach derzeitigem Stand der Verordnungen keine rechtliche Handhabe, um erweiterte Schutzmaßnahmen anzuordnen, wie es vor Monaten noch durch Allgemeinverfügungen möglich war, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises weiter.

Mehrere Medien hatten über die hohe Inzidenz in Augustdorf berichtet. Bei einer Betrachtung von Infektionen und Einwohnerzahl ergebe sich dort ein Wert über 1000. Das RKI weist die Inzidenz für den gesamten Landkreis aus.

Quelle: dpa
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