Corona in Deutschland

Sprunghafter Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz

21.10.2021
, 05:49
Intensivpflegerinnen sind auf der Covid-19-Intensivstation einer sächsischen Klinik mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.
85,6 beträgt die Corona-Inzidenz nun nach 80,4 am Vortag. Auch die Hospitalisierungsrate steigt. Und in den USA gelten neue Impfstoff-Regeln.
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Die Sieben-Tage-Inzidenz des Coronavirus in Deutschland ist am achten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den bundesweiten Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche an diesem Donnerstagmorgen mit 85,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 80,4 gelegen, vor einer Woche bei 67,0, vor einem Monat bei 68,5.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 16.077 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.382 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 67 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 72 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg damit auf 94.875.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.417.708 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.182.800 an.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Mittwoch mit 2,34 an (Dienstag 2,13). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Inzidenzen gehen in Deutschland weit auseinander: In einigen bayerischen Landkreisen, etwa Berchtesgadener Land, Mühldorf a. Inn, Traunstein, Straubing-Bogen und Miesbach liegen die Inzidenzen zwischen 300 und 400; im Fall des Landkreises Berchtesgadener Land bei 416,6. Nur ein Landkreis in Deutschland verzeichnet keine Infektionen innerhalb einer Woche: der Landkreis Eisenach in Thüringen.

USA zu Booster-Impfungen und Mischung von Impfstoffen

In den USA erteilte die zuständige Behörde nach dem Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer auch Genehmigungen für Auffrischungsimpfungen der Hersteller Moderna sowie Johnson & Johnson. Zudem erlaubte die Arzneimittelbehörde FDA am Mittwoch, Vakzine zu mischen, sodass zwei oder mehr Injektionen künftig von verschiedenen Herstellern kommen können.

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Die Auffrischungsimpfungen, sogenannte Booster, von Moderna dürfen alle Menschen über 65 Jahren sowie alle Erwachsene mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko bekommen. Die zweite Injektion muss mindestens sechs Monate her sein. Das Vakzin von Johnson & Johnson können sich Menschen ab 18 Jahren zwei Monate nach der Impfung nochmals spritzen lassen. Booster-Impfungen mit dem Mittel von BioNTech/Pfizer sind in den USA auch schon offiziell genehmigt und angelaufen.

Die Frage einer Auffrischungsimpfung ist grundsätzlich umstritten. Befürworter argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus, insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante und einer über die Zeit nachlassenden Immunität.

Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen würden bereits ausreichenden Schutz bieten, insbesondere vor schweren und tödlichen Krankheitsverläufen. Sie sind der Auffassung, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen – in den USA, aber auch in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht.

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Rund 170 Millionen Menschen in den USA sind bislang mit den Mitteln von BioNTech/Pfizer oder Moderna geimpft, rund 15 Millionen mit dem von Johnson & Johnson.

Quelle: marf./dpa/AFP
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