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Coronavirus

Sieben Todesfälle in Italien

Aktualisiert am 25.02.2020
 - 16:56
Zwei Männer in Mailand tragen Mundschutz.
Auf Teneriffa befinden sich rund 1000 Urlauber unter Quarantäne. Ein Besucher aus Italien war positiv auf das Virus getestet worden. Unter den Passagieren der „Diamond Princess“ gibt es einen weiteren Todesfall.

Vor einem Treffen von europäischen Gesundheitsministern in Rom zum Coronavirus hat sich die Lage in mehreren Ländern zugespitzt. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist nach einem bestätigten Coronavirusfall ein großes Hotel unter Quarantäne gestellt worden. Rund 1000 Touristen seien in dem Ort Adeje im Südwesten der Kanareninsel von der Maßnahme betroffen, berichtete das spanische Fernsehen am Dienstag. Das Hotel werde von der Polizei bewacht, bis alle Menschen darin getestet worden seien, so die Zeitung „El Mundo“. Ob sich auch Deutsche in dem Hotel aufhalten, war zunächst unklar.

Zuvor war ein Besucher aus Italien positiv auf das neue Virus getestet worden, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte. Bei dem Mann handelt es sich den Angaben zufolge um einen 69 Jahre alten Italiener aus der Lombardei. Die Region ist das im Moment am stärksten von dem Virus betroffene Gebiet in Norditalien. Der Mann, der mit seiner Ehefrau Urlaub auf Teneriffa gemacht habe, liege jetzt isoliert im Krankenhaus Nuestra Señora de Candelaria auf der Insel. Nach dem ersten Sars-CoV-2-Schnelltest würden noch die Ergebnisse eines zweiten Tests erwartet, hieß es.

In Nordrhein-Westfalen ist ein Mann, der am Coronavirus erkrankt ist, in kritischem Zustand. Lesen Sie hier ein Update.

Es handelt sich um den dritten Coronavirusfall in Spanien. Zuvor war bereits ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera positiv getestet worden. Der Mann wurde inzwischen wieder entlassen. Auf Mallorca war vor wenigen Wochen ein Brite positiv getestet worden. Am Dienstag wurde auch zum ersten Mal Coronavirus-Fälle in Österreich, der Schweiz, Kroatien und auf dem spanischen Festland gemeldet.

In Großbritannien sollen sich Menschen vorübergehend in Isolation begeben, wenn sie sich zuletzt in Norditalien aufgehalten haben und grippeähnliche Symptome aufweisen. Dazu rief Gesundheitsminister Matt Hancock auf. Auch das Europäische Parlament rief seine Mitarbeiter auf, zu Hause zu bleiben, falls sie zuletzt Regionen in Norditalien besucht hätten, die vom Coronavirus betroffen sind. Dasselbe gelte für China, Singapur und Südkorea.

Sieben Tote in Italien

Italien verzeichnet mit 283 Coronavirus-Patienten die höchste Zahl von Infektionen in Europa und befürchtet deshalb Auswirkungen auf seine Wirtschaft und seine Finanzlage. Auf Sizilien gibt es den ersten Fall in Süditalien, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Dienstag in Rom mit. Auch in Südtirol wurde ein Infizierter gemeldet, in der Toskana zwei. Die meisten Erkrankten meldete die nördliche Region Lombardei, gefolgt von Venetien, der Emilia-Romagana, dem Piemont und Latium. Sieben Infizierte starben bereits an den Folgen des Coronavirus.

Wie es zu so einem rasanten Ausbruch kommen konnte, ist immer noch nicht bekannt. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte machte ein Krankenhaus für die Ausbreitung mitverantwortlich. „Es gab einen Brandherd, und von dort hat es sich verbreitet – auch wegen einer Organisation eines Krankenhauses, wo nicht alles komplett nach sorgfältigem Protokoll verlaufen ist, das man in solchen Fällen empfiehlt“, sagte er ohne den Namen der Klinik zu nennen.

Die stellvertretende italienische Wirtschaftsministerin Laura Castelli appellierte an die EU, bei der Bewertung der Haushaltslage des Landes flexibel zu sein. Die Gemeinschaft müsse Italien bei den Etatzielen entgegenkommen, wenn sich die Coronavirus-Epidemie erheblich auf die Wirtschaftsleistung auswirken sollte, sagte sie dem Sender RAI Uno. Der EU stünden dafür Mittel zur Verfügung. In Großbritannien forderte Gesundheitsminister Matt Hancock Norditalien-Rückkehrer auf, sich vorübergehend in Isolation zu begeben, wenn sie an grippeähnlichen Symptomen litten.

„Apotheken sind gut vorbereitet“

Am Montag hatte Jens Spahn bereits gesagt, man müsse damit rechnen, dass sich die Coronaepidemie auch in Deutschland ausbreiten könne. Das Land sei zwar insgesamt gut vorbereitet. Um die Ausbreitung zu verhindern oder einzudämmen, dürfe man aber „temporär keine Maßnahmen ausschließen“.

Der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, sagt der „Rheinischen Post“: „Die Apotheken sind gut auf einen Ausbruch des Coronavirus vorbereitet. In der Regel haben sie einen Wochenbedarf an Medikamenten vorrätig, Antibiotika sind für mehr als einen Monat vorrätig.“ Mundschutz sei dagegen kaum noch zu bekommen. Die günstigen und wenig wirksamen Masken seien nahezu vergriffen. Die teuren und wirksameren Masken, die rund zehn Euro pro Stück kosten, würden von den Herstellern kontingentiert. Experten empfehlen vor allem Händewaschen und das Einhalten einfacher Hygieneregeln, wie das Abstand halten von anderen beim Husten.

Weiterer Todesfall auf „Diamond Princess“

Ein weiterer Passagier von Bord des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan ist gestorben. Das berichteten japanische Medien am Dienstag. Die betroffene Person war in ein Krankenhaus gebracht worden, wo sie starb. Es ist der vierte Todesfall unter den Passagieren des Schiffes. Insgesamt hatten sich mehr als 690 Passagiere und Crewmitglieder mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, darunter auch ein deutsches Ehepaar. Die von der Regierung in Tokio angeordnete, inzwischen aufgehobene zweiwöchige Quarantäne auf dem Schiff war von einigen Experten als unzureichend kritisiert worden. Ursprünglich hatten sich rund 3700 Menschen auf dem Schiff befunden.

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Spahn zu Coronavirus
„Möglichst wenig ins Gesicht fassen“

Mehr als 100 Passagiere des Schiffes, die zwar negativ getestet wurden, aber engen Kontakt mit Infizierten an Bord hatten, wurden am 22. Februar ebenfalls von Bord und in eine Quarantäneeinrichtung an Land gebracht. Ursprünglich hatte die japanische Regierung geplant, die Menschen vorerst weiter an Bord zu lassen. Auch rund 1000 Crewmitglieder blieben vorerst auf dem Kreuzfahrtschiff in Yokohama. Ursprünglich hatten sich 3700 Menschen an Bord des Schiffes befunden.

Vereinigte Staaten wollen 2,5 Milliarden Dollar bereitstellen

Südkorea kündigte unterdessen Massenuntersuchungen auf das Virus an. Mehr als 200.000 Mitglieder einer Kirche, die im Zentrum des Ausbruchs in dem Land steht, sollten untersucht werden, kündigte das Land an. Südkorea hat mit knapp 1000 Kranken die höchsten Fallzahlen außerhalb Chinas. Die Vereinigten Staaten und Südkorea erwägen wegen des Virus auch die Einschränkung gemeinsamer Militärübungen. Zuvor war bekanntgeworden, dass 13 südkoreanische Soldaten an dem Virus erkrankt sind.

In China sind inzwischen mehr als 80.000 Menschen infiziert. Die Zahl der Toten stieg bis Montagabend um weitere 71 auf 2663. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Epidemie in China allerdings bereits Ende Januar ihren Höhepunkt erreicht und geht seither zurück. Außerhalb von Festland-China hat sich das Virus auf rund 29 Länder ausgebreitet, dort liegt die Zahl der Toten bei etwa drei Dutzend.

Die Vereinigten Staaten kündigten die Bereitstellung von 2,5 Milliarden Dollar zum Kampf gegen die Krankheit an. Gut eine Milliarde davon soll in die Entwicklung eines Impfstoffes fließen. Mit weiteren Mitteln sollen Medikamente und Schutzkleidung gekauft und eingelagert werden.

Quelle: AFP/dpa/Reuters
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