FAZ plus ArtikelCoronavirus in Wuhan

„Ich traue mich nicht mehr aus dem Haus“

Von Tim Niendorf
28.01.2020
, 12:00
Die Deutsche Irina El Aissati sitzt mit ihrem Mann und ihrer fünf Monate alten Tochter in Wuhan fest. Bald gehen ihnen die Lebensmittel aus. Ein Bericht einer Familie in Angst.

Vor zweieinhalb Jahren wurde mein Mann von seinem Arbeitgeber in Deutschland nach Wuhan entsandt. Wir haben eine fünf Monate alte Tochter und befinden uns zurzeit alle drei in Wuhan. Wir wohnen hier zentrumsnah in einem Hochhaus im 42. Stock. Normalerweise sieht Wuhan aus wie New York, wie Chicago oder wie Paris: lauter Skylines, alles ist beleuchtet, der Verkehr lärmt. Jetzt ist alles anders. Gerade schaue ich aus dem Fenster: Die meisten Gebäude sind nicht mehr beleuchtet, die Straßen sind leer. In diesem Augenblick fährt doch mal ein Auto die Straße entlang. Wohl ein Nachbarschaftstaxi.

Über das chinesische Neujahrsfest hatten wir eine Reise nach Thailand geplant. Es sollte der erste Urlaub mit unserer kleinen Tochter werden. Unser Flugzeug sollte in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar abheben. Wir hatten uns schon richtig gefreut, endlich aus der Stadt zu kommen. Endlich Sonne tanken, endlich frische Luft! Daraus sollte nichts werden.

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Autorenporträt / Niendorf, Tim
Tim Niendorf
Politikredakteur.
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