Zahlen des RKI

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter – 185.000 Impfdosen vernichtet

23.05.2022
, 06:35
Immer mehr Menschen verzichten bei einem positiven Schnelltest auf einen PCR-Test – das verzerrt die Meldezahlen.
Das Robert-Koch-Institut meldet am Montag 42.375 Corona-Neuinfektionen und 120 Todesfälle. Das sind zwar deutlich weniger im Vergleich zur Vorwoche, allerdings sind Vergleiche der Daten derzeit nur noch eingeschränkt möglich.
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Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 342,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 361,8 gelegen (Vorwoche: 477,0, Vormonat: 720,6).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 42.375 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 61.859 registrierte Ansteckungen) und 120 Todesfälle (Vorwoche: 144) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24.575.600 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Derweil mussten in Berlin bereits mehr als 185.000 Impfdosen vernichtet werden, weil sie das Verfallsdatum überschritten hatten. Das betrifft zum allergrößten Teil das laufende Jahr, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Nach einer Übersicht der Gesundheitsverwaltung wurden 110.500 Dosen Moderna sowie 55.000 Dosen des Kinder-Impfstoffs von Biontech und 21.000 Dosen des gleichen Impfstoffs für Erwachsene vernichtet. In Hamburg wurden mehr als 100.000 Impfdosen nach Ablauf des Verfallsdatums vernichtet.

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„Das Risiko lässt sich nicht gänzlich vermeiden, weil wir natürlich genügend Impfstoff vorrätig haben wollen, um auch spontane Impfgäste impfen und deren Impfstoffwünsche berücksichtigen zu können“, erläuterte eine Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung.

„Allerdings sehen wir auch hier, dass immer mehr Berlinerinnen und Berliner sich bei niedergelassen Ärztinnen und Ärzten impfen lassen und nicht mehr im Impfzentrum.“ Der Anteil der Impfungen in Arztpraxen lag im April bereits bei 85 Prozent, die Tendenz sei steigend. Die beiden großen Impfzentren in Tegel und im ehemaligen Kongresszentrum ICC in Berlin-Charlottenburg würden deshalb Ende Juni geschlossen. In den landeseigenen Impfzentren wurden rund 45.000 Impfdosen vernichtet.

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Um das Risiko zu verringern, Impfstoff wegwerfen zu müssen, würden jeweils nur kleine Mengen bedarfsgerecht nachbestellt. Das passiere erst dann, wenn die Impfdosen für einen Wochenbedarf nicht mehr ausreichten. In den landeseigenen Impfeinrichtungen und bei den entsprechenden Dienstleistern für die Lagerung sind noch rund 2000 Dosen Biontech für Erwachsene, rund 700 des gleichen Impfstoffs für Kinder sowie 2000 Dosen Nuvaxovid des Herstellers Novavax im Depot, außerdem 5800 Impfdosen von Moderna.

Quelle: dpa/AFP/kirk
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