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Tipps für den Alltag

Wie sich jeder vor dem Coronavirus schützen kann

Von Christina Lopinski
 - 13:22
Eine mikroskopische Aufnahme des „U.S. National Institute of Health“ zeigt das neuartige Coronavirus. Die Probe wurde von einem Patienten isoliert.

Die ganze Welt spricht über das Coronavirus Sars-CoV-2. Mehrere Länder haben die Grenzen geschlossen, der Flugverkehr ist stark eingeschränkt, Großveranstaltungen finden kaum noch statt, Bildungseinrichtungen sind geschlossen. In Deutschland steigt die Zahl der Infizierten. Es gibt erste Todesfälle. Wie schnell sich Sars-CoV-2 verbreitet, ist ungewiss. Wie geht man am besten mit einem Virus um, das sich von einer punktuellen Epidemie zu einer globalen Pandemie entwickelt hat?

1. Wie kann man sich schützen und was hilft nicht?

Generell sollten die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden. Nicht nur zum Schutz vor dem Coronavirus, sondern auch vor anderen Viruserkrankungen, wie der Grippe. Da das Coronavirus als Tröpfcheninfektion über Mund und Nase sowie als Schmierinfektion über Berührungen übertragen wird, ist ein regelmäßiges und gründliches Händewaschen wichtig. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Mittel zur Handdesinfizierung mit nachgewiesener Wirksamkeit anzuwenden, also mit dem Wirkungsbereich 'begrenzt viruzid' (wirksam gegen behüllte Viren), 'begrenzt viruzid PLUS' oder 'viruzid'.

Taschentücher sollten nicht mehrmals verwendet werden. Falls keins zur Hand ist, sollte in die Armbeuge und nicht in die Handinnenfläche geniest werden. Die Ansteckungsgefahr ist hoch – ein Infizierter gibt das Virus im Durchschnitt an 1,8 bis 3,5 andere Menschen weiter. Mittlerweile ist die Zahl der Infektionen zu hoch, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Das Robert-Koch-Institut rät aus diesem Grund, soziale Kontakte einzuschränken.

Eine Grippeimpfung schützt zwar nicht vor dem Coronavirus, weil der Erreger Sars-CoV-2 ein anderer ist – eine Impfung ist aber vor allem für Risikogruppen (alte Menschen, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen) sinnvoll. Krankenhäuser und örtliche Gesundheitsbehörden könnten entlastet werden und tatsächlich Infizierte würden schneller identifiziert.

Bilder von Menschen, die sich mit Atemmasken vor einer Erkrankung schützen, kursieren im Internet. Die Schutzmasken sind nicht mehr nur in China Mangelware. Das Tragen ist allerdings umstritten. Atemschutzmasken waren ursprünglich für bereits infizierte Personen gedacht, um ihr Umfeld vor einer Ansteckung zu schützen. Sie mögen ein sicheres Gefühl vermitteln, in der Realität ist das aber anders. Nicht alle Maskentypen schützen vor einer Infektion – außerdem müssen sie etwa alle 20 Minuten ausgetauscht werden, um den optimalen Schutz zu gewährleisten – nämlich dann, wenn sie vom Atem feucht werden und nicht mehr vor Erregern schützen können. Clemens Wendtner, Leiter des Instituts für Tropenmedizin und Infektiologie an der München Klinik, plädiert dafür, die Masken dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden, nämlich im ärztlichen und pflegerischen Bereich. „Das Maskentragen in Deutschland im öffentlichen Raum ist nicht sinnvoll“, sagt der Arzt.

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So schütze ich mich vor Viren

Auch Lebensmittel aus China können weiterhin verzehrt werden, eine Infektion über importierte Ware ist unwahrscheinlich, da im Vorfeld eine Kontamination – also Besiedelung mit Erregern – stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Ob das neuartige Coronavirus in flüssigem oder getrocknetem Material mehrere Tage überleben kann, ist unbekannt. Es liegen noch keine Fälle vor, in denen das geschehen ist. Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schreibt außerdem, dass das Virus hitzeempfindlich ist. Wer also ganz sicher gehen will, kann das Ansteckungsrisiko minimieren, indem er oder sie rohe Lebensmittel ausreichend erhitzt. Auch Post aus China kann weiterhin empfangen werden.

Hamsterkäufe schützen nicht vor dem Virus, sondern nehmen anderen Menschen wichtige Hygieneartikel weg. Wenn sich nicht alle schützen können, verbreitet sich das Virus schneller. Auch zu Hause müssen Hygienemaßnahmen beachtet werden: Lichtschalter und Türklinken sind ein Sammelbecken für Bakterienkolonien, so auch der Wasserhahn, der Toilettenspülknopf und das Handydisplay.

Bisher gibt es kein spezielles Medikament, das bei einer Corona-Erkrankung eingesetzt wird. Es ergibt keinen Sinn, Medikamente vorzeitig zu kaufen. Auch vom präventiven Antibiotikakauf wird abgeraten – diese helfen nur bei bakteriellen, nicht bei Virusinfektionen.

2. Kann man noch öffentliche Veranstaltungen besuchen?

Vor wenigen Wochen riet Gesundheitsminister Jens Spahn davon ab, Großveranstaltungen und Messen abzusagen – das ist nun anders. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen sollen abgesagt werden, die Fußballbundesliga hat ihren Spielbetrieb ausgesetzt, Museen und Bibliotheken schließen, Konzerte werden abgesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel empfahl außerdem, auch „nicht notwendige“ Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern abzusagen: „Das ist ein Aufruf an alle.“ Bereits Ende Februar, als das Ausmaß der Krise nicht abzusehen war, sagte Spahn, dass „jeder zur Eindämmung beitragen“ könne. Das gilt auch jetzt noch. Vor allem für Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, ist das Virus gefährlich. Der Besuch von Veranstaltungen beinhaltet einen Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen, womöglich aus verschiedenen Ländern und Regionen. Das Ansteckungsrisiko ist groß. Für den Schutz der Gemeinschaft und um die Ausbreitung zu verlangsamen, sollten öffentliche Veranstaltungen und Menschenmengen gemieden werden.

3. Sollten Urlaubsreisen abgesagt werden?

Auch wenn nicht alle Länder, in denen das Coronavirus sich ausbreitet, abgeriegelt sind, müssen Reisepläne überdacht werden. Die Gefahr sich anzustecken ist groß. Aber nicht nur das. Weil die Inkubationszeit des Coronavirus bis zu zwei Wochen dauern kann und Infizierte bereits ansteckend sind, wenn sie sich noch nicht krank fühlen, stellen sie eine Gefahr dar. Je mehr gereist wird, desto schneller verbreitet sich das Virus. Viele Unternehmen verbieten Dienstreisen, von denen ein Großteil sowieso nicht mehr angetreten werden können: Der weltweite Flugverkehr ist stark eingeschränkt. Viele Fluggesellschaften bieten kostenfreie Stornierungen und Umbuchungen an. Auch die Deutsche Bahn erstattet Ticketpreise. Vor allem für Länder, in denen das Gesundheitssystem nicht gut ausgebaut ist und viele Menschen ohne Krankenversicherung leben, ist das Virus eine große Gefahr für alle Subsysteme. So schön Fernreisen sind – in Coronazeiten sollte man darauf verzichten.

4. Was sind die Unterschiede zwischen Grippe und Corona?

Die Symptome des Grippe- und des Coronavirus ähneln sich. Aus diesem Grund werden die Krankheiten häufig miteinander verglichen. Im Gegensatz zu den Influenza-Viren, die in die Gruppen A, B und C gegliedert sind, handelt es sich bei dem Corona-Erreger um einen Virus aus der Gruppe der Coronaviren (CoV). „Wir kennen diese Virusgruppe seit vielen Jahren und jeder zehnte Deutsche hat schon einmal mit ihr Kontakt gehabt“, sagt Professorin Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie können harmlose Erkältungen auslösen, aber eben auch schwere Erkrankungen wie Sars oder Mers.

So sehr sich die Symptome ähneln – es gibt einen feinen Unterschied. Wie bei der Influenza sind Halsschmerzen, Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit Anzeichen für eine mögliche Coronainfektion. Weil das Coronavirus aber die unteren Atemwege infiziert, haben Betroffene, anders als bei der Influenza, keinen Schnupfen. Im schlimmsten Fall könne es auch zu einer Lungenentzündung kommen, sagt Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.

Der größte Unterschied zwischen Influenza und Corona ist die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen einer Infektion und dem Auftreten von Symptomen. Bei der Grippe beträgt dieser Zeitraum ein bis zwei Tage, bei Corona zwei Tage bis zwei Wochen. Das macht den neuartigen Virus auch so gefährlich – während dieser Zeit sind Infizierte bereits ansteckend, auch wenn sie noch gar nicht wissen, dass sie an Corona erkrankt sind.

5. Wann sollte man zum Arzt gehen und wie wird Corona getestet?

Nicht jedes Halskratzen endet mit einer Grippeinfektion. Das Gleiche gilt auch für das Coronavirus. Trotzdem ist Vorsicht geboten – fühlt man sich krank, sollte man nicht arbeiten gehen und sich auskurieren, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten. Ein Arzt sollte vor allem dann aufgesucht werden, wenn in den vergangenen 14 Tagen ein Kontakt mit einer Infizierten Person stattgefunden hat, wenn am Arbeitsplatz ein Fall aufgetreten ist, oder man in einem Risikogebiet wohnt.

Medizinische Einrichtungen sind überlastet. Auch wenn die Infektionszahlen steigen sollte nicht vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden. Besteht ein tatsächlicher Verdacht, sollte man sich telefonisch mit seinem beraten und sich in häusliche Isolation begeben, bis ein Testergebnis vorliegt. Das kann, je nach Auslastung des behandelnden Arztes, mehrere Tage dauern. Zum Testen benötige man „von dem Patienten einen Rachenabstrich und Sputum, also abgehusteten Schleim“, um das Erbmaterial zu extrahieren, so Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Spezialisten bereiten diese Probe dann im Labor auf und suchen mit einem sogenannten PCR-Test nach dem Erbmaterial des Virus. Dabei wird ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert. Die Kopien werden mit einer Sonde farblich markiert. Diese Farbmarkierung kann dann mit komplexen Geräten sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine „positive Probe“. Im Idealfall liegt das Ergebnis binnen weniger Stunden vor.

Die Behandlung verläuft so wie bei anderen Atemwegserkrankungen. Eine spezifische, das heißt gegen das Coronavirus selbst gerichtete Therapie stehe derzeit noch nicht zur Verfügung, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Bei den Fällen, die in Bayern behandelt wurden und bei denen man das Virus sehr früh entdeckt hat, haben wohl auch sogenannte Virustatika geholfen, also Medikamente, die ein Vermehren des Virus hemmen. Eine Impfung, an der zurzeit geforscht wird, gibt es frühestens in ein bis zwei Jahren.

Quelle: FAZ.NET
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