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Fragen und Antworten

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr beim Einkaufen?

Von Lucia Schmidt
Aktualisiert am 18.03.2020
 - 09:32
Einkaufen in Zeiten von Corona
Bleibt das Virus auf Oberflächen haften? Kann ich alten Menschen gefahrlos eine Einkaufstüte vor die Tür stellen? Was bringen Handschuhe? Ein Überblick.

Wie lange bleibt das Virus auf Oberflächen und ist dadurch ansteckend?

Es ist, wie bei vielen Dingen im Moment rund um das Coronavirus: Man weiß es nicht so genau. Eins aber ist mittlerweile sicher, anders als man am Anfang dachte, kann das Virus auf Oberflächen überleben. Experten aus Amerika haben nun Daten veröffentlicht, die zeigen, dass das Virus auf Kunststoff und Edelstahl rund drei Tage überleben kann, auf Papier angeblich rund einen Tag und in der Luft einige Stunden. Wobei andere sagen, in der Luft bleibt es nur einige wenige Minuten. Man muss hierzu einfach sagen, dass diese Daten einer ständigen Überprüfung unterliegen. Im Moment werden oft schnell erste Ergebnisse veröffentlicht, damit sie zur Verfügung stehen, werden dann aber noch mal überprüft und eventuell korrigiert. Das Robert Koch-Institut schreibt zu Oberflächen: Eine Infektion durch kontaminierte Oberflächen ist prinzipiell nicht ausgeschlossen. Welche Rolle sie spielt, ist nicht bekannt.

Hilft es, wenn ich im öffentlichen Raum normale Handschuhe anziehe?

Sicher, das kann helfen, aber eher nur theoretisch, denn normale Handschuhe bieten keinen medizinischen Schutz, sie können nur die Barriere erschweren. Wenn man sich mit den Handschuhen dann ins Gesicht fasst, die Handschuhe auszieht oder später anfasst, können Viren ja trotzdem an die Hände gelangen. Deshalb ist das Wichtigste: Regelmäßig gründlich Händewaschen mit Seife. Das vor allem, wenn man nach Hause kommt. Für unterwegs kann man die Hände auch mal mit Leitungswasser aus einer Flasche etwas abspülen. Händewaschen ist der beste Schutz.

Kann ich alten Menschen gefahrlos helfen und eine Einkaufstüte vor die Tür stellen oder können sie sich darüber anstecken?

Auch hier: Das ist theoretisch möglich. Wenn man beim Einkaufen ein Virus an den Händen hat, dann die Tüte anfasst, diese abstellt und derjenige, für den die Tüte ist, sie anfasst und die Hand dann ungewaschen zu Nase und Mund führt, kann das theoretisch passieren. Also auch hier gilt: Händewaschen immer und immer wieder. Was man dazu aber sagen muss: Die Wahrscheinlichkeit, sich unter Menschen anzustecken oder wenn man angehustet, angeniest oder angespuckt wird, ist sehr viel höher. Deshalb das Helfen für Schwächere nicht einstellen.

Wann ist man denn nun wirklich ansteckend?

Auch hier ist die Datenlage nicht ganz klar. Als grobe Orientierung kann man sagen: In der Regel sind Menschen ansteckend, wenn sie Symptome zeigen. Gerade am Beginn der Erkrankung ist laut Experten, eine große Viruslast im Rachen. Menschen ohne Symptome können wohl auch Überträger sein, gerade Kinder. Der Anteil von Symptomlosen, die das Virus übertragen, ist aber wohl doch nicht so hoch, wie zwischendurch gedacht.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich beim Einkaufen anstecke? Bei aller sozialen Distanzierung: Einkaufen muss man ja.

Natürlich darf man noch einkaufen gehen, sagen Experten. Hamsterkäufe zu tätigen, das sei aber völlig unbegründet. Auch hier gilt eben: Abstand halten. Wenn man erkältet ist, möglichst jemand anderen schicken. Nach dem Einkaufen die Hände waschen. Einkaufen zu gehen stufen Experten als deutlich weniger gefährlich ein, als in der Kneipe oder dem Kino eng nebeneinander zu sitzen. Spazierengehen oder im Garten spielen, das empfehlen Experten sogar, Sonne und frische Luft stärken das Immunsystem.

Quelle: FAZ.NET
Lucia Schmidt - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Lucia Schmidt
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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