FAZ plus ArtikelSteigende Fallzahlen

Was im Kampf gegen Delta entscheidend wird

Von Joachim Müller-Jung
12.08.2021
, 07:09
Impfauffrischung: In Israel können Über-60-Jährige sich eine dritte Spritze abholen.
Neue Hotspots wie Israel und die USA zeigen: Impfen wird immer wichtiger – aber die Immunität muss auch anhalten. In Israel scheint sich eine dritte Spritze für Risikopatienten auszuzahlen.
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Die Delta-Welle hält die Regierungen weltweit zunehmend in Atem, doch das Ausbreitungsmuster der ursprünglich in Indien entdeckten Sars-CoV-2-Variante ist keineswegs überall gleich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete bei zuletzt wieder deutlich ansteigenden Fallzahlen und bei inzwischen fast 4,4 Millionen Covid-19-Opfern ein abermaliges Aufflammen des Infektionsgeschehens. Mehr als 90 Prozent der Proben, so die WHO, die in den vergangenen vier Wochen gensequenziert wurden, gehörten zur Delta-Variante. Allerdings liefern noch immer nicht alle Staaten genügend Daten, um die globale dritte Pandemiewelle zweifelsfrei der hochinfektiösen Delta-Variante zuschreiben zu können.

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Zumindest die Statistiken legen das nahe: Demnach wird der allergrößte Teil der Zuwächse an Infektionen, Erkrankungen und Toten aus Nordamerika mit einem Delta-Anteil von mehr als 90 Prozent gemeldet, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, wo vor allem die mit extrem niedrigen Impfquoten und lockeren Corona-Regeln aufwartenden Staaten im Süden – von Florida bis Louisiana und Texas – die höchsten Zunahmen nach der Herbst-Welle im vergangenen Jahr erleben. Auch in Asien, Afrika und Australien – wenn auch mit niedrigeren Inzidenzen als in den Vereinigten Staaten – sowie in Teilen Europas lässt sich aufgrund der Genomanalysen sagen: Delta nutzt sein bedrohlich infektiöses Potential aus, das in den Monaten nach der Indien-Welle in Laborstudien und epidemiologischen Untersuchungen erkennbar geworden ist.

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Quelle: F.A.Z.
Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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