EU-Arzneimittelbehörde

Ema gibt grünes Licht für Johnson & Johnson

Von Werner Mussler, Brüssel
20.04.2021
, 17:36
Der Corona-Impfstoff des amerikanischen Herstellers kann in der EU nun uneingeschränkt verwendet werden. Das Risiko von Hirnvenenthrombosen soll allerdings in den Beipackzettel aufgenommen werden.

Die EU-Arzneimittelagentur Ema hat keine Einwände dagegen, dass der Corona-Impfstoff des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson künftig in der EU eingesetzt wird. Ähnlich wie für das Vakzin von Astra-Zeneca empfahl der Pharmakovigilanz-Ausschuss der EU-Behörde am Dienstag, in den Beipackzettel des Präparats einen Hinweis auf das Risiko äußerst selten auftretender Hirnvenenthrombosen aufzunehmen.

Wie schon im Fall des Astra-Zeneca-Impfstoffes bleibt die Ema aber bei ihrer Einschätzung, dass der Nutzen des Vakzins bei weitem höher sei als das Risiko. Sie habe auch alle Fälle in ihre Risikoanalyse aufgenommen, die in den Vereinigten Staaten zu einem vorläufigen Impfstopp mit dem J&J-Präparat geführt hatten, teilte die Behörde mit.

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hatte in der vergangenen Woche die weitere Verabreichung dieses Vakzins zunächst untersagt. Der Hersteller hatte daraufhin den bevorstehenden Start der Lieferungen in die EU bis zum vorläufigen Abschluss der Ema-Prüfung ausgesetzt. In der EU zugelassen ist der Impfstoff von Johnson & Johnson schon seit März.

Die in Amsterdam ansässige Behörde wies ausdrücklich darauf hin, dass die bisher aufgetretenen Thrombosefälle nach der Verabreichung der Impfstoffe von Astra-Zeneca und von Johnson & Johnson Ähnlichkeiten aufwiesen. Beide Präparate sind Vektor-Impfstoffe. Anders als das Vakzin von Astra-Zeneca muss aber der J&J-Impfstoff nur einmal verimpft werden.

Bis Ende Juni hatte Johnson & Johnson die Lieferung von 55 Millionen Dosen angekündigt. Wie schnell die Auslieferung nun anläuft, blieb am Dienstag zunächst offen. Ob das Vakzin in den Mitgliedstaaten auch schnell verimpft wird, hängt von den Empfehlungen der Behörden in den Mitgliedstaaten ab. In einigen Ländern wollen diese den Impfstoff nur eingeschränkt verabreichen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Werner (wmu.)
Werner Mussler
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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