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Impfungen in Italien

Debatte um Vaxzevria nach Tod einer Frau

Von Matthias Rüb, Rom
11.06.2021
, 13:56
In Italien ist der Impfstoff von AstraZeneca derzeit für alle über 18 Jahren zugelassen und empfohlen. Bild: dpa
In der Region Ligurien ist eine Achtzehnjährige nach der ersten Impfung mit Vaxzevria gestorben. Nun wird in Rom über eine mögliche Änderung der Richtlinien für den AstraZeneca-Impfstoff beraten.

Nach dem Tod einer jungen Frau wegen Nebenwirkungen des Impfstoffs von AstraZeneca ist in Italien die Debatte über den Umgang mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens neu entbrannt. Die Achtzehnjährige hatte sich am 25. Mai im Rahmen eines von der nordwestitalienischen Region Ligurien organisierten „Open Day“ mit Impfmöglichkeit für alle Altersgruppen die erste Dosis Vaxzevria verabreichen lassen. Am 3. Juni hatte sie erstmals über Kopfschmerzen und starke Lichtempfindlichkeit geklagt. Am 5. Juni wurde sie ins Krankenhaus von Genua gebracht. Zwei Operationen zur Entfernung der Thrombosen im Gehirn sowie zur Minderung des Gehirndrucks blieben erfolglos. Am Donnerstagabend starb die Frau.

Die Staatsanwaltschaft in Genua ermittelt in vier Todesfällen wegen vermuteter Nebenwirkungen von Impfstoffen. Am Dienstag wurde eine weitere Frau wegen starker Nebenwirkungen nach einer Vaxzevria-Impfung in ein Genueser Krankenhaus gebracht und musste ebenfalls notoperiert werden. Die 34 Jahre alte Frau wird weiter intensivmedizinisch behandelt.

Unterdessen berät der wissenschaftlich-technische Beirat der Regierung in Rom über eine mögliche Änderung der Richtlinien für den AstraZeneca-Impfstoff. Es wird erwogen, ihn künftig nur noch für Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren zu empfehlen. Da das Vakzin von der europäischen sowie der italienischen Arzneimittelbehörde jedoch für die Nutzung für alle über 18 zugelassen wurde, hat die Regierung keine Handhabe gegen die von den Regionen organisierten „Open Days“.

Derweil hat die Region Sizilien beschlossen, den Impfstoff von AstraZeneca bei „Open Days“ nur an Menschen über 60 Jahre zu verabreichen. Jüngere, die mit einer ersten Dosis von AstraZeneca teilimmunisiert wurden, sollen für die zweite Impfung die Impfstoffe von Pfizer oder Moderna erhalten. Der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Pierpaolo Sileri, sagte, Vaxzevria solle Menschen unter 30 Jahren nicht mehr verabreicht werden. „Besonders Frauen unter 50 würde ich AstraZeneca nicht empfehlen. Dies umso mehr, da die Infektionszahlen und die Inzidenzen stark zurückgegangen sind.“

Quelle: F.A.Z.
Matthias Rüb
Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.
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Gründungsdirektor (m/w/d) / Founding Director (f/m/d) Interdisciplinary Centre (IC) for investigating complex environmental systems
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