Zunächst bis 31. August

Maskenpflicht in NRW auch im Unterricht

Aktualisiert am 03.08.2020
 - 13:58
Jetzt kommt sie doch – die Maskenpflicht an den Schulen in NRW. Für ältere Schüler soll sie sogar im Unterricht gelten. Andere Bundesländer setzen auf eine Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts.

Nordrhein-Westfalen führt eine weitgehende Maskenpflicht an Schulen ein: An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen soll sie von Ferienende an bis zunächst zum 31. August sowohl im Schulgebäude als auch im Unterricht gelten. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf an. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch für sie. Die Regelung läuft zunächst bis zum 31. August. Dann soll neu entschieden werden, ob sie verlängert wird.

An Grundschulen müssen die Jahrgänge 1 bis 4 im Schulgebäude und auf dem Gelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen – nicht aber, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, werde angesichts steigender Infektionszahlen ausgeweitet, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Ausnahmen für die Maskenpflicht im Unterricht sind vorgesehen, wenn das Tragen „mit den pädagogischen Erfordernissen und Zielsetzungen der Unterrichtserteilung und der sonstigen schulischen Arbeit nicht vereinbar ist.“ Dann könne eine Schule „zumindest zeitweise oder für bestimmte Unterrichtseinheiten beziehungsweise in Prüfungssituation“ von der Pflicht absehen. Dann müsse aber der Abstand zwischen den Schülern gewahrt werden.

Die Schulen starten in NRW nach gut sechs Wochen Sommerferien nächste Woche Mittwoch wieder. Bislang gab es keine Maskenpflicht an den Schulen in NRW, sondern lediglich ein „Maskengebot“ – etwa in den Fluren und auf dem Schulhof.

Bundesregierung begrüßt Masken-Pläne

Kurz vor dem Ferienende in sechs Bundesländern hatte sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Wochenende für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden ausgesprochen. Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg hatten das bereits angekündigt – allerdings bislang nur für Schulgebäude, nicht für den Unterricht. In Hessen und Sachsen liegt das im Ermessen der Schulen.

Ministerin Gebauer sprach am Montag selbst von einem sehr strengen Konzept. Das liege unter anderem daran, dass NRW als Flächenland besonders achtsam sein müsse. Den Schulen würden eine Million Masken zur Verfügung gestellt.

Neben NRW haben auch Hamburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. Als erstes Bundesland war Mecklenburg-Vorpommern am Montag ins neue Schuljahr gestartet. Dort wird auf eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen verzichtet. Es gelte aber die „dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen“, teilte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag in Kiel mit.

Die Bundesregierung begrüßt die Pläne einzelner Bundesländer, in der Schule mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzuführen. „Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Dies müsse aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept und dafür liege die Zuständigkeit bei den Ländern.

Quelle: dpa
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