Nachgewiesene Gesamtzahl

Deutschland überschreitet Marke von einer Million Corona-Infektionen

Aktualisiert am 27.11.2020
 - 05:45
Eine Frau hält am Flughafen München in einem Covid-19 Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen.
Das Robert-Koch-Institut hat 22.806 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert – das sind weniger als in der Vorwoche. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Deutschland verdoppelte sich innerhalb eines Monats.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert-Koch-Institut (RKI) 22.806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 1.006.394, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.648 ans RKI übermittelten Fällen zuletzt ein Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen erreicht worden.

Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Deutschland verdoppelte sich somit innerhalb eines Monats. Am 30. Oktober hatte das RKI knapp 500.000 Infektionsfälle vermeldet. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen erhöhte sich von rund 360 Anfang Oktober inzwischen auf mehr als 3800.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist Rekord seit Beginn der Pandemie. Am Mittwoch war mit 410 Fällen jüngst ein Spitzenwert in diesem Bereich festgestellt worden. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Sieben-Tage-R-Wert

Am Donnerstagabend hatten bereits die Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore eine Überschreitung der Millionengrenze bei festgestellten Corona-Infektionen in Deutschland gezeigt. Die Daten der Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,90 (Vortag: 0,87). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Das Bundesland mit den meisten bestätigten Corona-Fälle ist Nordrhein-Westfalen, dort wurden mehr als 250.000 Infektionen nachgewiesen. Dahinter folgen Bayern mit knapp 198.000 Fällen und Baden-Württemberg mit fast 143.000 Ansteckungen.

Am Mittwoch hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder wegen der hohen Corona-Fallzahlen darauf geeinigt, den Teil-Lockdown bis mindestens zum 20. Dezember zu verlängern und an manchen Stellen zu verschärfen. Zwar sei das „dramatische, exponentielle Wachstum“ gestoppt, sagte Merkel am Donnerstag zur Begründung im Bundestag. Es gebe aber nun lediglich eine „Seitwärtsbewegung“ und keine Senkung der Zahlen.

In Ländern wie Frankreich und Italien ist die Zahl der Corona-Todesfälle nach wie vor deutlich höher als in Deutschland. Nach offiziellen Angaben starben in den beiden Ländern jeweils mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Quelle: dpa/AFP
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