Nach Absage der Osterruhe

RKI-Chef Wieler hält einen neuen Lockdown für unabdingbar

25.03.2021
, 01:53
RKI-Präsident Lothar Wieler
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„Es gibt keine andere Lösung“, sagt Lothar Wieler. Ein Epidemiologe vom Uniklinikum Halle warnt, dass die derzeitigen Maßnahmen einen Kollaps des Gesundheitssystems nicht vermeiden können werden.
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Die jüngste Zunahme der Corona-Neuinfektionen in Deutschland kann nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur mit Hilfe eines Lockdowns gestoppt werden. Bis ein Großteil der Bevölkerung gegen das Coronavirus immun sei, gebe es keine andere Lösung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in einer Online-Veranstaltung der deutschen Botschaft in Washington.

„Wir können diesen Anstieg nicht stoppen, es sei denn mit einem neuen Lockdown für das Land“, sagte Wieler. Andere „Werkzeuge“ zur Eindämmung der dritten Welle stünden derzeit nicht zur Verfügung, sagte er auf Englisch weiter. Das RKI gehe davon aus, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus immun sein müssten, um eine neue Welle zu stoppen. „Bis das erreicht ist, werden wir nicht sicher sein“, sagte Wieler. Bis die Impfkampagne so weit fortgeschritten sei, müssten die bekannten Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und das Begrenzen von Kontakten weiter befolgt werden.

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„Infektionszahlen werden weiter und zunehmend schneller steigen“

Wieler ließ bezüglich der Geschwindigkeit der Impfkampagnen Verständnis erkennen für „manche Kritik“. Er betonte allerdings, dass die Menschen „mehr als froh“ sein sollten, dass es gut ein Jahr nach Beginn der Pandemie Impfungen „schon in so großer Menge“ gebe. Dies sei ein „außerordentlicher wissenschaftlicher Erfolg, der meiner Meinung nach nicht genug wertgeschätzt wird“, sagte Wieler.

Wegen steigender Infektionszahlen rechnet auch der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk vom Uniklinikum Halle (Saale) damit, dass bald weitere Corona-Maßnahmen erforderlich sind. „Wir müssen befürchten, dass die Infektionszahlen weiterhin und zunehmend schneller steigen werden – und relativ zeitnah weitere Maßnahmen notwendig werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dank der bereits erfolgten Impfung der Ältesten sei jetzt etwas mehr Zeit als noch im Dezember, aber die neue Virusvariante verbreite sich einfach zu schnell, als dass die bisherigen Maßnahmen einen Kollaps des Gesundheitssystems vermeiden könnten.

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Bei einer Reihe von Maßnahmen gelinge die Umsetzung noch nicht richtig, gab er zu bedenken. „Die Beschleunigung der Impfung und der systematische Einsatz von Schnelltests sind in der Situation sehr wichtig“, sagte er. Die zunächst vorgesehene Osterruhe von fünf Tagen hatte Mikolajczyk schon am Dienstag als zu kurz bezeichnet; eine epidemiologisch sinnvolle Ruhezeit müsse deutlich länger dauern.

Quelle: dpa
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