Corona-Wochenbericht

RKI sieht „starke Zunahme der Infektionsfälle“

30.06.2022
, 20:28
Corona-Schnelltest im nordrhein-westfälischen Arnsberg
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In der vergangenen Woche hat es 155.000 Corona-Ansteckungen gegeben, vor allem alte und junge Menschen sind betroffen. Die Kassenärztliche Vereinigung schreibt einen Brandbrief an Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
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Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der Neuinfektionen im Wochenvergleich um 38 Prozent. Dies seien für die vergangene, 25. Kalenderwoche ein Plus von fast 155.000 weiteren Fällen, heißt es im wöchentlichen Lagebericht. „Dieser Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz betrifft alle Altersgruppen. Insbesondere bei älteren Menschen und bei Kindern und Jugendlichen sind im Vergleich zur Vorwoche deutliche Anstiege zu verzeichnen.“

Die dominante Variante in Deutschland ist mit über 99 Prozent weiterhin Omikron. Der Anteil der Sublinie BA.5 lag in der vergangenen Woche bei knapp 66 Prozent. Auffällig sei laut dem RKI, dass die Anzahl akuter Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr erheblich anstieg. Auch gebe es wieder mehr schwere Verläufe von Covid-19-Erkrankungen. Diese seien aber allein auf „die starke Zunahme der Infektionsfälle“ zurückzuführen, weshalb es insgesamt von einer hohen Gefährdung der Gesundheit für die deutsche Bevölkerung ausgehe und auch weiter dazu rate, Infektionen zu vermeiden.

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WHO rechnet mit Sommerwelle in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet der Situation in Deutschland entsprechend mit einer neuen Corona-Welle in diesem Sommer in Europa. Das Coronavirus werde sich voraussichtlich im Laufe des Sommers stark verbreiten, da die Länder der gesamten Region ihre bisherigen Schutzmaßnahmen aufgehoben hätten, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP. „Das Virus wird nicht verschwinden, nur weil die Ländern aufhören es zu überwachen.“

Nach Angaben der WHO hat sich die Zahl der Infektionsfälle auf dem europäischen Kontinent durch die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Subvariante BA.5 binnen weniger Wochen mehr als verdreifacht. Wurden in den 53 Ländern, die zur Europa-Region der WHO zählen, Ende Mai noch 150.000 Infektionsfälle pro Tag registriert, nähert sich die Zahl der täglichen Ansteckungen inzwischen der Marke von 500.000. Die höchsten Infektionsraten wurden dabei aus Österreich, Zypern, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Luxemburg und Portugal gemeldet.

Video starten01:36
Corona-Test für drei Euro
Unter diesen Bedingungen muss man zahlen
Video: AFP, Bild: dpa

Während die Zahl der Todesfälle im Winter aber noch bei 4000 bis 5000 pro Tag lag, werden derzeit in Europa nur noch rund 500 Todesfälle täglich gemeldet. Das entspricht in etwa dem Niveau im vergangenen Sommer.

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Kluge sagte weiter, er hoffe, dass die Impfungen und zahlreichen Infektionen dazu führen werden, dass die Konsequenzen einer Ansteckung in der Regel weniger schwerwiegend sein werden als noch zu Pandemiebeginn. Doch immer noch seien Todesfälle und schwere Verläufe zu beklagen. „Deshalb bleiben wir bei unseren Empfehlungen“ zum Schutz gegen das Virus. Die Menschen sollten sich bei Atemwegssymptomen weiter isolieren, ihre Impfungen auf dem neuesten Stand halten und in belebten Orten Mundschutz tragen. Wichtig sei es auch, das Virus weiter nachzuverfolgen, sonst blieben neue Übertragungsmuster und Mutationen zu lange unentdeckt, sagte Kluge. Er rief zudem die Länder auf, ihre Impfraten weiter zu erhöhen. Eine hohe Immunität spiele eine wichtige Rolle bei der Vermeidung weiterer Todesfälle. In Deutschland sind - unverändert zu den Vorwochen - 76 Prozent der Menschen zweifach geimpft.

Kassenärzte stänkern gegen Lauterbach

Die Kassenärzte gehen derweil wegen der neuen Regelungen für Corona-Bürgertests auf die Barrikaden. In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teilten die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Landesvereinigungen am Donnerstag mit, dass sie Bürgertestungen „zukünftig nicht mehr abrechnen und auszahlen können“. Über das Schreiben hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zuerst berichtet. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Kostenlose Tests gibt es seit Donnerstag nun nur noch für Risikogruppen und andere Ausnahmefälle. Für Tests etwa für Familienfeiern, Konzerte oder Treffen mit Menschen ab 60 werden drei Euro Zuzahlung fällig. Wer einen solchen Test will, muss unterschreiben, dass er zu diesem Zweck gemacht wird. Die Kassenärztlichen Vereinigungen kritisierten, dass sie vor Veröffentlichung der neuen Testverordnung nur vier Stunden und 15 Minuten Zeit gehabt hätten, die neuen Regelungen zu kommentieren. Reaktionen habe es seitens des Ministeriums darauf nicht gegeben. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte auf Anfrage am Donnerstagabend, man gehe davon aus, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen als Körperschaften des öffentlichen Rechts ihrem Auftrag zur Abrechnung und Stichprobenprüfung der Testzentren weiterhin nachkommen werden. „Im Dialog werden wir kurzfristig mit den KVen erörtern, wie die neuen Regeln unbürokratisch umzusetzen sind“, sagte ein Sprecher.

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Quelle: dpa/AFP/frez.
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