FAZ plus ArtikelCorona in Indonesien

Lernen im Netz – ohne Netz

Von Christina Schott, YogYakarta
23.01.2021
, 15:01
In Indonesien haben viele Schüler seit Monaten Distanzunterricht – dabei hat längst nicht jeder Zugang zum Internet, geschweige einen Computer. Wie gehen Lehrer und Schüler mit der Situation um?

Wenn Ali zur Schule geht, fährt er mit dem Fahrrad den Hügel hinterm Haus hoch. Dort, auf dem alten chinesischen Friedhof der indonesischen Stadt Yogyakarta, hat der Fünftklässler Ruhe vor seinen beiden kleineren Brüdern, mit denen er sich ein Zimmer teilt. Vor allem aber ist das Mobilnetz dort nicht so überlastet: Im Schatten der Frangipani-Bäume kann er mit dem Handy seiner Mutter die Hausaufgaben herunterladen, die ihm die Lehrer schicken. Oder mit seinen Freunden chatten. Oder auch spielen. „Lernen im Netz“ heißt das offiziell.

Als im März 2020 die Corona-Pandemie auch Indonesien erreicht hatte, wurde das öffentliche Leben wie überall auf der Welt heruntergefahren. Gastronomie und Geschäfte, Museen und Gebetshäuser: Alles musste schließen. Auch die Schulen. Doch während Restaurants, Einkaufszentren und Moscheen nach und nach wieder geöffnet haben, blieben die Schulen weiterhin geschlossen. Bis heute.

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